Mit einem dreitägigen Streik wollen die Schleusenwärter in Berlin und Brandenburg von Donnerstag ab 6 Uhr an den Druck im Tarifstreit mit dem Bund erhöhen. Betroffen sind alle sechs Berliner Schleusen.
In Brandenburg streiken die Schleusenwärter in Kleinmachnow, Woltersdorf, Wernsdorf, Fürstenwalde, Eisenhüttenstadt, Storkow, Neue Mühle und Kummersdorf. Im Norden Brandenburgs muss nur am Donnerstag mit Behinderungen gerechnet werden.
Schiffsverkehr in der Innenstadt unmöglich
Die Berliner Reedereien hatte die Nachricht am Montag schockiert. In der gesamten Innenstadt wird der Schiffsverkehr damit nahezu unmöglich. Ausflugsdampfer könnten nur noch auf dem kurzem Spreeabschnitt zwischen Mühlendammschleuse und Schleuse Charlottenburg pendeln. Die Reedereien rechnen mit großen Umsatzeinbußen.
Jürgen Loch, Geschäftsführer der Stern und Kreisschiffahrt, zeigte empört. „Da wird eine ganze Branche in Geiselhaft genommen, die mit dem Tarifkonflikt gar nichts zu tun hat“ sagte er der Berliner Morgenpost. In der Innenstadt rechnet er mit Einnahmeverlusten von 50 Prozent, mindestens gehe es um 30.000 Euro pro Streiktag, sagte er.
Das Problem: Wenn die Schleusen nicht arbeiten, kommen die Schiffe schlimmstenfalls gar nicht erst in die touristische Mitte Berlins. Alle Liegeplätze in der Innenstadt seien nicht für die Nachtstunden vorgesehen. In jedem Fall, so Loch, sei das Angebot aber „hochgradigst eingeschränkt“.
Touren Richtung Wannsee statt Cityfahrten
Auch die Reederei Riedel geht von großen Einschränkungen aus. Vor allem der Streik an der Mühlendammschleuse, der zentralen Anlage in der Innenstadt, treffe die Unternehmen hart, hieß es. Reagieren könnten die Reedereien nur mit kurzfristigen Fahrplanänderungen. Statt der Cityfahrten gäb es dann zur Schadensbegrenzung mehr Touren in Richtung Wannsee und Müggelsee.
Mit dem Streik protestiert die Gewerkschaft gegen eine von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) geplante Neuorganisation der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes. Sie befürchtet, dass dadurch ein Viertel der etwa 12.000 Arbeitsplätze wegfallen könnte.
Allein im Osten Deutschlands wären laut Ver.di bis zu 2500 Arbeitsplätze gefährdet. Bereits vor zwei Wochen hatte der Arbeitskampf in den westlichen Bundesländern begonnen, und zeitweise große Teile der Binnenschifffahrt lahmgelegt.





