Gedenkstätte

Früheres Berliner Stasi-Gefängnis erlebt Besucheransturm

Mehrere Zehntausend Besucher zählt die Gedenkstätte für Stasi-Opfer in Berlin-Hohenschönhausen in der Ferienzeit jeden Monat. Um den Ansturm zu bewältigen, werden nun zusätzliche Führungen angeboten.

Foto: dpa

Die Stasiopfer-Gedenkstätte in Berlin-Hohenschönhausen (Genslerstraße 66) plant wegen der Besuchermassen zusätzliche Führungen. Derzeit werde das frühere zentrale Untersuchungsgefängnis der DDR-Staatssicherheit von Interessenten fast überrannt, teilte Sprecher André Kockisch am Dienstag mit.

Allein im Juni seien 43.600 Besucher zu dem historischen Ort gekommen, in den ersten beiden Juliwochen waren es mehr als 22.400. Wegen der Sommerferien in den bevölkerungsstarken Bundesländern Bayern, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg werde mit einem weiteren Besucheranstieg gerechnet.

Im August soll es deshalb statt bisher drei Führungen am Tag nun zwischen 10 und 16 Uhr zu jeder vollen Stunde Rundgänge geben. Auch zusätzliche Führungen in englischer Sprache seien geplant.

Nur Gruppen ab sechs Personen sollten sich telefonisch unter (030) 98608230 anmelden.

Frühere Häftlinge führen Besucher durch das frühere zentrale Untersuchungsgefängnis der DDR-Staatssicherheit. Seit 1994 besuchten knapp drei Millionen Menschen die Gedenkstätte.

Der Rundgang kostet 5 Euro, ermäßigt 2,50 Euro. Schüler zahlen einen Euro.

Ab Herbst 2013 soll eine zentrale Dauerausstellung über den Haftort Hohenschönhausen und das System politischer Verfolgung in der DDR informieren. Dafür wird eine ehemalige Lagerhalle zur Ausstellungsfläche umgebaut.

Bis zur Eröffnung steht für die Besucher ein provisorisches Informationszentrum zur Verfügung. Mehr als 120 Exponate, Fotos und Dokumente veranschaulichen dort die Geschichte des Haftortes Hohenschönhausen.