Mückenplage

Mückenspray in vielen Berliner Drogeriemärkten ausverkauft

Erst Regen, jetzt Hitze: Das sind ideale Brutbedingungen für Stechmücken. In vielen Berliner Drogeriemärkten sind die Abwehrsprays schon ausverkauft. Nachschub soll aber schnell kommen.

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Die Mücken sind da – und in Berlins Drogeriemärkten wird das Autan knapp. Bei einer Stichprobe in mehreren Fachmärkten am Mittwoch waren die Regale mit den Mückenabwehrsprays leer. Bei Rossmann in der Reichsstraße in Westend hieß es schon am Dienstagabend: „Alles ausverkauft!“

Auch in Drogeriemärkten an der Bismarckstraße in Charlottenburg und an der Lichtenrader Bahnhofstraße gab es keinen Mückenschutz mehr. Andere Märkte in Spandau, Zehlendorf und Reinickendorf hatten noch Restbestände, rieten anrufenden Kunden aber, schnell vorbeizukommen: „Es wird dünne“, sagte eine Verkäuferin.

Die Filialen warten nun auf die nächsten Lieferungen, um die Regale wieder füllen zu können. Eine Rossmann-Sprecherin versichert, dass es ausreichende Vorräte gebe: Wegen des Hochwassers sei das Unternehmen von einem „verstärkten Mückenproblem“ ausgegangen, deshalb sei man „gut bevorratet“. Sie bestätigte, dass die Nachfrage „sehr groß“ sei, „viel größer als im Juni 2012“. Auch Apotheken, die ebenfalls Mückenabwehrsprays wie Anti Brumm oder Autan verkaufen, berichten von guten Verkaufszahlen, allerdings ist dort der Andrang auf die Sprays nicht so stark wie in den Drogeriemärkten.

Insekten mögen warmes und feuchtes Wetter

Für Mückenexpertin Doreen Werner vom Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) im brandenburgischen Müncheberg sind die Mückenschwärme keine Überraschung. Warmes, feuchtes Wetter sei ideal für die Insekten.

Mit der Flut hätten die Berliner Blutsauger zwar nichts zu tun, versichert sie: „Aber geregnet hat es in Berlin ja auch sehr viel. Und deshalb gibt es überall gefüllte Regentonnen, Pfützen oder angeschwollene Bachläufe. Das Wasser bestimmt, wie stark das Auftreten der Mücken ist.“ In den Hochwasserregionen an Spree und Elbe sei es „ganz schlimm mit den Mücken“, berichtet die Forscherin. Aber bis in die Hauptstadt flögen die Insekten von dort nicht.

Mücken fliegen auf Schweiß und Kohlendioxid

Die Biologin erklärt, dass die Mücken auf der Suche nach menschlichem oder tierischem Blut derzeit „unter Druck“ stünden: „Die Mücke schlüpft, beispielsweise in einer Pfütze, und will ihre Art erhalten. Damit sie Eier bilden kann, benötigt sie eine Blutmahlzeit, je schneller sie diese bekommt, desto eher kann sie ihre Eier in der Pfütze ablegen – und desto größer ist die Chance, dass die nächste Generation auch noch diese Pfütze nutzen kann, bevor das Wasser verdunstet ist. Da zählt jeder Tag.“

Ihre Opfer suchen die Mücken allein nach dem Geruch aus: „Sie fliegen auf eine Komposition aus dem, was wir über die Haut absondern, also zum Beispiel Schweiß, und dem Kohlendioxid, das wir ausatmen“, erklärt Doreen Werner. Deshalb müsse jeder für sich selbst austesten, wie er sich am besten vor Mückenstichen schützt: „Bei manchen reicht Lavendelöl, bei anderen helfen nur chemische Abwehrmittel.“

Doreen Werner bittet die Berliner, für einen Mückenatlas Insekten einzusenden: www.mueckenatlas.de