Berlins früherer „Ausbrecherkönig“ Ekke L. muss wegen Körperverletzung mit Todesfolge drei Jahre und zehn Monate in Haft.
In seinem Urteil äußerte sich das Berliner Landgericht am Freitag überzeugt, dass der mehrfache Vater im März 2012 einen Trinkkumpanen so heftig schlug, dass dieser an den Folgen starb. Vorausgegangen sei ein heftiger Streit am Weddinger Leopoldplatz.
Der nun Verurteilte hatte die Vorwürfe im Prozess bestritten. Er habe nicht zurückgeschlagen und kenne das Oper auch gar nicht, sagte er den Richtern.
In der Tatnacht soll das Opfer nach der Auseinandersetzung gemeinsam mit anderen betrunkenen Obdachlosen im Flur eines Einkaufszentrums an der Müllerstraße in Wedding übernachtet haben. Eine Reinigungskraft entdeckte den Leichnam des Toten, als sie gegen 6.30 Uhr die Männer aufforderte, das Zentrum zu verlassen.
Das 37 Jahre alte Opfer blieb reglos liegen. Rettungskräfte stellten seinen Tod fest. Die Obduktion ergab, dass bei dem 37 Jahre alten Obdachlosen innere Blutungen und mehrere Rippenbrüche zum Tod führten.
Ekke L. verbrachte bereits über 20 Jahre in Haft
Ekke L. hat bereits mehr als 20 Jahre hinter Gittern verbracht. Seit den 60er-Jahren saß er unter anderem wegen Raub, Raub, Vergewaltigung, Erpressung, Körperverletzung und Bedrohung.
Als „Ausbrecherkönig“ wurde er bekannt, weil ihm insgesamt elf Mal die Flucht aus dem Gefängnis gelang. Zwei Frauen halfen ihm bei seinen Ausbrüchen: Eine Sozialarbeiterin und eine Polizistin verloren anschließend ihren Job.
Zu seinen spektakulärsten Aktionen gehört unter anderem ein Ausbruch aus Tegel, bei dem er die Gefängnismauer barfuß hochkletterte. In den 70er-Jahren wurde er nach einem Ausbruch im Strandbad Wannsee entdeckt. 100 Polizisten umstellten damals die Anlage, doch Ekke L. entkam mit einem Segelboot.
dpa/jcw





