13 Uhr: Jetzt geht‘s los

Herzlich willkommen zum Live-Blog der Berliner Morgenpost zum DFB-Pokalfinale. Wir berichten den ganzen Tag live aus der Stadt und aus dem Stadion von der großen Partie zwischen dem FC Bayern und dem VfB Stuttgart.

13.25 Uhr: Polizei rechnet mit Fußballfest

Im Vorfeld des DFB-Pokalfinales zwischen dem VfB Stuttgart und Bayern München geht die Polizei nicht von größeren Auseinandersetzungen von rivalisierenden Fans aus. „Wir rechnen mit einem Fußballfest“, sagte ein Sprecher. Die Polizei werde mit genügend Beamten sowohl in der Stadt als auch am Stadion für Sicherheit sorgen. Tausende Fans werden im Laufe des Tages in Berlin erwartet. Das Olympiastadion ist mit mehr als 74.000 Plätzen ausverkauft. Die Partie beginnt um 20 Uhr. Bayern München kann den DFB-Pokal zum 16. Mal gewinnen, für Stuttgart wäre es der vierte Pokalsieg.

13.29 Uhr: Kirchen mahnen zur Fairness

Die beiden großen Kirchen am Sonnabend in Berlin zur Fairness gemahnt. Respekt vor dem Gegner verbiete es nicht, „siegen zu wollen, um den Sieg zu kämpfen und sich am Sieg zu erfreuen“, sagte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Nikolaus Schneider, in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche.

In einem ökumenischen Gottesdienst anlässlich des Fußballspiels betonte Schneider zugleich: „Eine respektvolle Lebenshaltung verbietet es aber durchaus, Gegner bewusst zu verletzen, mit faulen Tricks die Regeln der Fairness auszuhebeln oder Schiedsrichter, Ordnungskräfte und Fans einer gegnerischen Mannschaft zu schmähen oder gar anzugreifen.“

Der Sportbischof der Deutschen Bischofskonferenz, Weihbischof Jörg-Michael Peters, betonte, Gott habe dem Menschen die Freiheit gegeben, „Regeln einzuhalten oder zu verletzen“. Dabei habe er es riskiert, „selbst böse und heimtückisch gefoult zu werden“. Das sei die Weise Gottes, dem Menschen gegenüber Respekt zu zeigen.

An dem Gottesdienst wirkten auch DFB-Vizepräsident Rainer Koch, die FIFA-Schiedsrichter Peter Gagelmann und Thorsten Kinhöfer sowie Vertreter des FC Bayern München und des VfB Stuttgart mit.

13.34 Uhr: Fans treffen sich Kreuzberg

In Kreuzberg treffen die Fanlager aufeinander. Am Moritzplatz singen sich VfB-Fans für das Spiel ein. Durch die Oranienstraße laufen Bayern-Fans in Lederhosen. Zwischenfälle gibt es nicht. Besonders häufig vertreten: Das Trikot "Bastian Schweinsteiger".

13.40 Uhr: Der Tagesplan des VfB

Der Tagesplan des VfB Stuttgart: Nach dem Frühstücken im Berliner Schlosshotel im Grunewald bis 9.45 Uhr war eine knappe Video-Analyse geplant. Anschließend ein kurzes Training, etwa 25 bis 30 Minuten, damit die Spieler des schwäbischen Traditionsclubs leicht in die Gänge kommen. Etwa gegen 12.30 Uhr gab es das Mittagessen. Danach sollen sich die Kicker ausruhen. Spätestens um 17 Uhr wird zu einer Portion Nudeln geladen. Wer möchte, bekommt um 17.45 Uhr noch Kaffee und Kuchen. Um 18 Uhr bittet Labbadia dann zur Team-Besprechung, in der er auch die Aufstellung offiziell bekanntgibt. Danach fährt der Stuttgarter Tross zum Olympiastadion. Anpfiff zum sechsten Pokal-Finale für den VfB ist um 20 Uhr.

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14.10 Uhr: Beckenbauer gibt Stuttgart eine Chance

Bayern-Ehrenpräsident Franz Beckenbauer traut dem VfB Stuttgart im DFB-Pokalfinale durchaus eine Überraschung zu. „Die Frage wird halt sein, wie konzentriert die Bayern sind“, sagt Beckenbauer. Nach der Meisterschaft und dem Gewinn der Champions League lasse „man natürlich automatisch ein bisschen nach, obwohl die Mannschaft sich geschworen hat, auch das Triple zu machen.“ „Natürlich“ gehe der FC Bayern als Favorit in die Partie. Allerdings habe der VfB „nicht nur eine Minimalchance, die haben genau so eine Chance. Das Spiel beginnt mit 0:0“, sagt Beckenbauer und betont, „dass das durchaus ein interessantes Spiel werden kann“.

14.50 Uhr: Stärkung vor dem Spiel

Weiß-rote Tischdecken, rot-weiße Trikots. Knapp 20 Fans aus München sitzen vor einer Pizzeria am Savignyplatz in Charlottenburg und stärken sich mit italienischer Pizza und Pasta. Dazu Berliner Bier. Anschließen soll es zu Fuß zum Kudamm gehen.

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15.15 Uhr: Hunderte Fans auf dem Kudamm

Ausgelassene Stimmung herrscht auf dem Kurfürstendamm Ecke Joachimstaler Straße. Mehrere hundert Fußballfans aus Bayern und aus Stuttgart feiern hier. Zwei Mannschaftswagen der Polizei stehen am Straßenrand, der Gehweg ist mit rot-weißem Flatterband abgesperrt. Hin und wieder müssen Fans von der Fahrbahn geholt werden.

15.49 Uhr: Bayern und Schwaben sind nette Fans

Am S-Bahnhof Zoologischer Garten wünscht ein Berliner Rentner zwei VfB-Fans alles Gute: "Ich drück euch die Daumen! Ihr Stuttgarter, ihr seid sympathisch. Die Bayern auch. Was ich nicht haben kann, sind so Vereine wie Schalke. Oder Dortmund. Wenn die da sind, machen die Fans nur Radau. Von wegen 'Meister der Herzen'... Aber ihr, ihr seid friedlich, euch gönn ich's!" In der Bahn Richtung Olympiastadion sind kaum Fans, nur vereinzelt ein paar Schwaben.

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16.20 Uhr: Stimmung am Breitscheidplatz lautstark aber friedlich

Auf dem Breitscheidplatz sind nach Schätzung der Polizei rund 4000 Fans. Davon mehrheitlich Stuttgarter. Einige in der Menge haben bengalische Feuer gezündet, schwarzer Rauch steigt auf. Die Polizei greift nicht ein. „Das sei noch normal“, sagt eine Beamtin. Die Stimmung ist zwar lautstark, aber friedlich.

16.32 Uhr: Schwarzmarkt-Tickets zwischen 150 und 220 Euro

Für 150€ wechselt auf dem Weg von der S-Bahn zum Stadion eine Eintrittskarte den Besitzer. Ein Bayern-Fan mit "Suche Karte. DRINGEND!"-Schild kommt 10 Sekunden zu spät und ärgert sich, dass er nicht zum Zug gekommen ist. "150 würde ich auch ausgeben, klar! Aber vorne wollten sie 200, 220 Euro, die haben doch den Ar... offen." Er zieht weiter. Viele Angebote gibt es direkt auf dem Olympiaplatz bisher nicht...

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16.33 Uhr: „Außer Kudamm ist nichts ...“

Auf dem Weg zum Olympiastadion erzählen vier Bayernfans in der Ringbahn, was sie vom Austragungsort des Finales halten: "Dieses Berlin...außer Kudamm is des nix." Willkommen!

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16.36 Uhr: Verlosung von Tickets kurz vor dem Spiel

Auf dem Fanfest werden gerade zwei Tickets fürs Finale verlost - auf der Bühne stehen sechs Fans, die bisher noch keine Karte abbekommen haben und jetzt ihre letzte Chance wahrnehmen wollen. Horst kommt aus Castrop-Rauxel und outet sich als Dortmund-Fan, was die Bayern-Fans auf dem Olympischen Platz mit lauten Buhrufen, Pfiffen und unhöflichen Worten quittieren. Er feiert sich trotzdem und reckt beide Arme in die Höhe, was noch mehr Schmähungen nach sich zieht.

Die Aufgabe für die sechs Fans: Sie müssen ein gefrorenes Trikot, das gestern nass in den Tiefkühler gelegt wurde, auseinander zerren und komplett anziehen. Das gibt ein wildes Gewurschtel auf der Bühne, und nach einer knappen Minute hat es ein Fan aus Oberhausen geschafft - er gewinnt die beiden Eintrittskarten, freut sich aber eher verhalten. Die Bayern-Fans feiern, dass es nicht der Dortmunder wurde.

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16.38 Uhr: Fotos mit dem DFB-Pokal

Auf dem Fanfest vor dem Olympiastadion bildet sich eine lange Schlange. Der DFB-Pokal ist ausgestellt, und die Fans können sich mit dem goldenen Kelch fotografieren lassen. Der Fotodrucker steht direkt daneben. Die Menschen freuen sich, der Trophäe einmal so nahe zu kommen wie sonst nur Bastian Schweinsteiger oder Philipp Lahm.

17.10 Uhr: Bayern im Champions-League Finale 2015 in Berlin?

Dicke, schwere Regentropfen fallen aus schwarzen Regenwolken. Auf dem Breitscheidplatz setzt der große Ansturm auf die Eingänge der U-Bahn ein. "Jetzt wollen wir zum Stadion und, wenn es später nicht mehr regnet, auf das Fanfest", sagen Thomas und Siegfried aus der Nähe von Augsburg. Für das Champions-League-Finale hatten sie keine Karten bekommen. "Da freuen wir uns auf das Olympiastadion doppelt." Vielleicht würde man ja Karten für 2015 für das CL-Finale in Berlin bekommen, sagen sie. Beide sind sich sicher, dass ihre Bayern es in zwei Jahren wieder schaffen werden.

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18.04 Uhr: Regenfälle am Olympiastadion

Am Olympiastadion regnet es mittlerweile in Strömen. Eben ging ein Schauer runter, der es in sich hatte - da das Fanfest kaum Möglichkeiten zum Unterstellen bietet, rannten die Fans aufgeregt durcheinander und als die wenigen Plätze unter den Sponsorenzelten belegt und auch das Blattwerk der Bäume am Rand zu löchrig wurde, sprinteten viele Fans einfach Richtung Stadion. Das dürfte sich, da größtenteils überdacht, zwei Stunden vor Spielbeginn relativ früh füllen.

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18.10 Uhr: Stuttgart-Fanartikel beliebter

Ein offizieller Händler von Fanartikeln wie Schals, Trikots und T-Shirts auf dem Breitscheidplatz sagt, dass die Shirts vom VfB Stuttgart der Renner waren. Er hätte deutlich mehr Stuttgarter als Bayern Fanartikel verkauft. Der Platz war in Stuttgarter Hand.

18.15 Uhr: Fest am Breitscheidplatz vorbei

Fans einer dritten Mannschaft namens BSR haben in orangefarbenen Trikots den Breitscheidplatz übernommen. Handreiniger und Kehrmaschinen beseitigen Flaschen, Dosen und Plastikbecher. Biergarnituren werden zusammengeklappt. Überall auf dem Platz wird gefegt und der Müll entsorgt. An den Tresen der Bierwagen stehen nur noch vereinzelt Gäste. Hier ist das Fest vorbei.

Kurz zuvor war es zu einer Auseinandersetzung zwischen Fans des VfB Stuttgart und der Polizei gekommen. Am Breitscheidplatz attackierten etwa 150 VfB-Chaoten die Beamten mit Flaschen und einer Bierbank. Die Polizei brachte die Lage jedoch schnell wieder unter Kontrolle, verletzt wurde niemand. Ansonsten verzeichnete die Berliner Polizei zwei Stunden vor dem Anpfiff des Spiels zwischen dem VfB und Bayern München keine größeren Zwischenfälle.

18.35 Uhr: Ankunft der Gladiatoren

Zuerst fährt der Mannschaftsbus des FC Bayern hinein in die Katakomben des Olympiastadions. Unter großem Jubel einiger Ballkinder steigt Arjen Robben als Erster aus dem Gefährt. Der Blick ist versteinert. Dicke Kopfhörer schützen den Niederländer vor Ablenkung. Volle Konzentration auf das Spiel. Seine Teamkollegen folgen.

Hinter dem Bayern-Bus muss der VfB warten. Die Stuttgarter sind kurz nach den Münchnern eingetroffen. Aber zuerst heißt es warten. Dann steigen die Spieler aus. Als Erster kommt der Italiener Cristian Molinaro. Nach ihm der deutsche Nationalspieler Cacau. Als Letzter steigt Sportvorstand Fredi Bobic aus. Auch bei ihm ein konzentrierter Blick.

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18.45 Uhr: Alle Fans in rot und weiß

Die Fans ohne Tickets drängeln sich weiter unter den wenigen überdachten Sponsorenzelten des Fanfests auf dem Olympischen Platz. Dort kann man sich fotografieren lassen und wird dann digital vor verschiedene Hintergründe montiert. Die Bayern-Fans sind den ganzen Nachmittag über schon deutlich in der Überzahl, auch wenn die Unterscheidung der beiden Fangruppen in all dem Rot und Weiß deutlich schwieriger ist als vergangenen Sonnabend beim Finale der Champions League. Die vielen Lederhosen und blau-weiß-karierten Bayernfahnen machen es dann aber doch möglich.

19.10 Uhr: Überraschungen bei beiden Teams

Mit dem früheren Stuttgarter Mario Gomez und Daniel van Buyten als Ersatz für den in Brasilien weilenden Abwehrchef Dante will Bayern München seinen großen Traum vom ersten Triple einer deutschen Mannschaft wahrmachen. Gomez steht im DFB-Pokal-Finale überraschend anstelle von Mario Mandzukic in der Startelf.

Auch beim VfB gab es eine kleine Überraschung: Vor Torwart Sven Ulreich gibt der 20 Jahre alte Antonio Rüdiger anstelle von Gotoku Sakai den Rechtsverteidiger. Ansonsten bringt Trainer Bruno Labbadia die erwartete Elf.

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19.12 Uhr: Torhüter wärmen auf

Die Torhüter beider Klubs kommen raus, um sich warm zu machen. Als Bayernkeeper Manuel Neuer den Rasen betritt, brandet großer Jubel auf. Bei Sven Ulreich, dem VfB-Keeper ist es wesentlich ruhiger. Wenig später kommt der Rest des VfB-Teams. Wieder großer Jubel. Zumindest von den Stuttgartfans. Die Bayern lassen noch auf sich warten.

19.15 Uhr: Alleine vor dem Torwart

Lange Schlangen gibt es auf dem Fanfest an einem Stück Kunstrasen, an dessen Ende ein drei Meter breites Tor und ein Roboter-Torhüter warten. Neun Meter davor ist ein weißes Kreuz auf dem Boden, jeder Fan hat vier Schüsse frei. "Das ist ja total einfach", unken zwei junge Bayern-Anhänger, als sie sich dem "Strafraum" nähern.

Dann beobachten sie die Fans beim Schießen und wie der hydraulisch von zwei Personen per Fernbedienung gesteuerte Torwart ein ums andere Mal vor dem Ball in der Ecke ist und beinahe jeden Schuss pariert. "Fünf Jungs hatten heute schon drei Treffer, alle vier hat noch keiner verwandelt", sagt einer der beiden Fernbedienungstorhüter. Dabei hätten auf denjenigen zwei Finalkarten gewartet... 40 Minuten vor Spielbeginn schließt die Anlage, geschafft hat es keiner. Was wohl mit den beiden Karten gemacht wird? Wir könnten noch welche brauchen...

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19.38 Uhr: Schwarzmarkt-Preise sinken wieder

Knapp eine halbe Stunde vor Spielbeginn sinken die Schwarzmarktpreise wieder. Ein Bayern-Fan hat eben zwei Tickets à 100 Euro erstanden, braucht aber nur eins davon, "der Verkäufer wollte aber unbedingt beide loswerden." Das bekommt eine Dame um die 40 mit und spricht den unbekannten Mann an. "Also ich würde gerne mit ins Stadion. Sie haben noch eine Karte übrig?" "Ja", sagt der schüchtern, und dass er sie eben für 100€ gekauft hätte, und fairerweise jetzt auch für 100€ wieder verkaufen würde. Abgemacht, zusammen schlendern die beide in Richtung Stadion. Wer weiß, vielleicht der Beginn einer Pokalliebe wie aus dem Bilderbuch.

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19.50 Uhr: Vater und Sohn können nicht ins Stadion

Knapp zehn Minuten vor Spielbeginn - die Fangesänge aus der Ostkurve schwappen praktisch in Originallautstärke auf den Olympischen Platz - steht ein Vater mit seinem etwa vierjährigen Sohn zwischen den Abbauarbeiten des Fanfests. Der Kleine will unbedingt ins Stadion, quengelt und weint, und der Vater muss ihm mit vielen Worten erklären, dass sie leider keine Tickets haben.

"Ich wollte doch nur mal gucken fahren. Ins Stadion können wir nicht, dafür haben wir nicht genug Geld. Wir müssen jetzt improvisieren, lass uns erstmal zurück nach Spandau fahren. Im Herbst gehen wir dann aber mal wieder zur Hertha, ok?" Bedröppelt stimmt der Kleine zu, sie laufen zur S-Bahn. Aus dem Olympiastadion dröhnt Musik, die Fans singen weiter. Der Junge hält sich die Ohren zu.

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20.30 Uhr: Fernsehen in Partyzelten

Zwischen Stadion und S-Bahn-Station Olympiastadion sind zwei Fernseher unter Partyzelten aufgebaut. 100-200 Fans haben sich davor auf Bierbänken versammelt. Das Stadion ist in Hörentfernung, und das Bild auf dem Schirm kommt über verschlungene Antennenpfade mit etwa 10 Sekunden Verzögerung an. Wenn das Stadion hinter den Schultern also laut raunt, plätschert der Ball im Fernsehen noch im Mittelfeld. Wenn die Fans etwa 500 Meter Luftlinie entfernt aufstöhnen, weil Gomez die Chance längst vergeben hat, werden die Fans vor dem Fernseher erst wach und springen auf - das Gehörte blenden sie offenbar aus und fiebern trotzdem mit. Vor allem bei einem möglichen Elfmeterschießen könnte das später noch interessant werden...

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22.15 Uhr: Erste Fans verlassen das Stadion

Obwohl im Olympiastadion noch die Pokalfeier anhält, verlassen die ersten Fans bereits das Geschehen. Vermutlich enttäuschte Stuttgarter. Im Grund sehr schlau: denn so kommt man noch ohne Gedrängel zum eigenen Auto oder zur U-Bahn.

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23.01 Uhr: Bier für die durstigen Fans

Die Berliner haben sich auf das Finale gut vorbereitet. In der Joachimstaler Straße haben Straßenverkäufer Unmengen an Bier für vorbeiströmende Fans im Angebot.

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23.07 Uhr: Alles ruhig am Kudamm

Am Kurfürstendamm ist die Lage ruhig. Ein einzelnes hupendes Auto fuhr eben den Boulevard Richtung Westen, ein Polizeiwagen schoss mit Blaulicht Richtung Osten. Vor dem "Alt-Berliner-Biersalon" an der Ecke Joachimstaler Straße sitzen und stehen etwa 100-200 Fans beider Mannschaften, die das Spiel dort auf Bildschirmen verfolgt hatten. Auch aus dem Hard Rock Café ein paar Häuser weiter kommen Fans in Vereinsfarben, wissen aber nicht so recht wohin.

23.40 Uhr: Gute Nacht

Liebe Leser, hiermit verabschieden wir uns. Am Morgen lesen Sie die Berichte über die Feier der Bayern aus der Nacht.