Krankenhauskonzern

Berliner Helios-Kliniken steigen ins Versicherungsgeschäft ein

Die Berliner Fresenius-Tochter Helios wird in Zukunft Krankenzusatzversicherungen anbieten. Dabei will Helios laut Vorstand Francesco de Meo mit dem Konkurrenten Röhn zusammenarbeiten.

Foto: Massimo Rodari

Der Gesundheitskonzern Fresenius wagt einen Vorstoß ins Versicherungsgeschäft. Die Krankenhaustochter Helios werde künftig gemeinsam mit dem Versicherer Debeka betriebliche Krankenzusatzversicherungen anbieten, teilte Helios am Mittwoch in Berlin mit.

Das Angebot richte sich an alle deutschen Unternehmen. Deren Beschäftigte könnten dann bei einem Krankenhausaufenthalt in einer der mehr als 50 Helios-Akutkliniken Leistungen wie Privatversicherte in Anspruch nehmen, sagte Helios-Chef Franceso De Meo.

Dazu sollen je nach Tarif Ein- oder Zweitbettzimmer sowie die Behandlung durch einen Chefarzt oder einen anderen Mediziner nach Wahl gehören.

Helios will bei dem Angebot mit dem Konkurrenten Rhön-Klinikum zusammenarbeiten. „Auch Kliniken von Rhön kommen als Partner in Betracht“, sagte de Meo. Die Gespräche verliefen konstruktiv. Er gehe davon aus, dass sie in Kürze zu einem guten Abschluss kämen.

2012 war die Übernahme von Röhn gescheitert

Im vergangenen Jahr war die gut drei Milliarden Euro schwere Übernahme von Rhön durch Fresenius gescheitert, weil der Konkurrent Asklepios in letzter Minute bei den Franken eingestiegen war.

Helios und die bei privaten Krankenversicherungen führende Debeka sind bei ihrem Projekt nach eigenen Angaben auch offen für weitere Partner. Laut de Meo hat bereits das Uniklinikum in Dresden eine Mitarbeit als Leistungspartner zugesagt.

Die Helios-Plus-Card, wie sich das neue Angebot nennt, soll auch Präventionsangebote umfassen. Seit dem Jahr 2008 gibt bereits ein entsprechendes Angebot für Helios-Mitarbeiter.

Zwei Kliniken in Berlin

Helios ist bereits heute einer der größten Klinikbetreiber in Deutschland. Zur Gruppe gehören 72 Krankenhäuser, 32 Medizinische Versorgungszentren und 13 Pflegeeinrichtungen. Beschäftigt sind rund 43.000 Menschen.

Durch den Zusammenschluss mit Rhön würde der unangefochtene Marktführer unter den privaten Klinikbetreibern in Deutschland entstehen. Es wäre ein Konzern mit einem Umsatz von rund sechs Milliarden Euro und etwa 80.000 Beschäftigten. Das entspricht einem Anteil von acht Prozent am Gesamtmarkt. Die meisten der rund 2000 Kliniken in Deutschland sind in kommunaler oder kirchlicher Hand.

In der Hauptstadt selbst betreibt Helios zwei Kliniken, in Buch und in Zehlendorf, zudem ein Akutkrankenhaus im brandenburgischen Bad Saarow.