Hintergrund

Suhrkamp Verlag unter dem Schutzschirm

Insolvenzverfahren Der traditionsreiche Suhrkamp Verlag nutzt eine besondere Art des Insolvenzverfahrens. Das Unternehmen stellte am Montag beim Amtsgericht Charlottenburg einen Antrag auf ein Schutzschirmverfahren nach dem „Gesetz zur weiteren Erleichterung der Sanierung von Unternehmen“.

Verpflichtungen Das bedeutet jedoch nicht, dass der Verlag nun ähnlich wie Banken oder Länder in der Euro-Krise unter staatlicher Führung steht. Durch diesen Schirm werden lediglich bestimmte Zahlungsverpflichtungen ausgesetzt. Der Betrieb bleibt uneingeschränkt handlungs- und zahlungsfähig.

Gehälter und Verträge „Die Honorare der Autoren und die Gehälter der Mitarbeiter sind sicher“, sagte Verlagssprecherin Tanja Postpischil am Dienstag. Für den Erhalt des Unternehmens wichtige Entscheidungen können nur noch unter Mitwirkung eines vom Gericht bestellten Sachwalters getroffen werden.

Begrenzte Dauer Das Verfahren ist auf drei Monate angelegt . In dieser Zeit soll ein Insolvenzplan aufgestellt werden, dem die Gläubiger zustimmen müssen. Danach wäre das Unternehmen saniert und neu aufgestellt. Stimmen die Gläubiger nicht zu, müsste ein reuläres Insolvenzverfahren eröffnet werden.

Streit DerAntrag ist die Konsequenz der Geschäftsführung um Verlegerwitwe Ulla Unseld-Berkéwicz aus dem Streit mit Minderheitsgesellschafter Hans Barlach. Er hatte gerichtlich eine Forderung von 2,2 Millionen Euro gegen den Verlag durchgesetzt. Mit dem Schutzschirm wird die Zahlungspflicht ausgesetzt.