Stark alkoholisiert sind am Donnerstagnachmittag zwei Erziehungsberechtigte mit ihren Kindern in Berlin-Charlottenburg und in Berlin-Mitte aufgefallen.

Gegen 17 Uhr alarmierten gleich mehrere Passanten die Polizei nach Charlottenburg, weil ihnen auf der Straße eine betrunkene, stark torkelnde Frau aufgefallen war. Sie schob einen Kinderwagen vor sich her und hielt ein weiteres Kind an der Hand.

Aufgrund entsprechender Hinweise ermittelten die Polizisten die Wohnung der Frau, in der sich die 30- Jährige sowie ihre siebenjährige Tochter und der neun Monate alte Sohn befanden. Die Zwei-Zimmer-Wohnung machte einen insgesamt stark verschmutzten und verwahrlosten Eindruck.

Die vorhandenen Möbel waren stark beschädigt, die Kinderbetten durch Ablage verschiedenster Gegenstände und Kleidung derart belegt, dass die Kinder sie nicht nutzten konnten. Kinderpflegemittel und kindgerechte Nahrung waren nur sehr begrenzt vorhanden.

Das zuständige Jugendamt gab die Geschwister in die Obhut der Großmutter. Bei der Mutter, die zugab, getrunken zu haben, wurde ein Wert von mehr als 2,9 Promille festgestellt. Bei einer ersten Befragung gab sie an, sich einer Therapie unterziehen zu wollen.

Das Ermittlungsverfahren wegen Verletzung der Fürsorge- oder Erziehungspflicht wird bei dem zuständigen Fachkommissariat des Landeskriminalamts bearbeitet.

Vater fährt betrunken mit dem Auto

Gegen 18 Uhr am Donnerstag wollte ein 40 Jahre alter Vater seine achtjährige Tochter aus einem Kinderhort in Mitte mit dem Auto abholen. Der Erzieherin fiel sofort auf, dass der Mann alkoholisiert war und verweigerte die Herausgabe des Kindes.

Nach etwa 30 Minuten erschien der stark alkoholisierte Mann erneut im Hort, nunmehr in Begleitung seines fünfjährigen Sohnes, den er inzwischen mit dem Auto aus einer Kita abgeholt hatte.

Alarmierte Polizisten brachten den 40-Jährigen zur Blutentnahme und übergaben die Kinder dem Kindernotdienst. Der allein erziehende Vater muss sich nun wegen Verletzung der Fürsorge- oder Erziehungspflicht sowie wegen Trunkenheit im Straßenverkehr verantworten.

Fünf Kinder aus vermüllter Wohnung geholt

Bereits am Donnerstag war bekanntgeworden, dass am Vormittag fünf Jungen aus einer völlig verdreckten Wohnung gerettet worden waren. Ein Mitarbeiter der Hausverwaltung habe die Kinder zufällig entdeckt, teilte die Polizei mit.

In solchen Fällen ist oft der Berliner Kindernotdienst Kreuzberg gefragt. Er ist in schweren Krisensituationen für Kinder und Jugendliche aus der ganzen Stadt da. Ziel ist es, schnellstmöglich gute Lösungen für die Kinder zu finden.

Oft können sie wieder zurück in ihre Familien, die dann zumeist Unterstützung bekommen. Einige Kinder kommen auch in sogenannte Clearinggruppen in Heime.

Diese kurzzeitige Unterbringung könne helfen, eine kritische Familiensituation zu entspannen und den Hilfebedarf abzuklären.

sei/dpa