In Berliner Gefängnissen gibt es nach Angaben der Justizverwaltung keine Hinweise auf rechte Netzwerke. „Dass es rechte Strukturen in den Gefängnissen Berlins gibt – dafür gibt es keine Anzeichen“, sagte die Sprecherin der Senatsverwaltung für Justiz, Lisa Jani, am Mittwoch auf Nachfrage.

Vereinzelt würden aber jedoch rechtsradikale Schmierereien in Haftanstalten entdeckt. Solche Vorfälle werden laut Sprecherin angezeigt, Strafverfahren würden eingeleitet. „Jeder Einzelfall wird untersucht.“ Auch linksradikale Schmierereien würden gefunden.

Gefängnisse in NRW und Hessen auf der Liste

Am Mittwoch war bekannt geworden, dass unbemerkt von der Öffentlichkeit Neonazis versucht haben, Netzwerke in deutschen Gefängnissen zu knüpfen. Dabei wollten sie nach Angaben der hessischen Justiz auch die mutmaßliche NSU-Terroristin Beate Zschäpe einbinden.

Ihr Name und die Anschrift in der Justizvollzugsanstalt Köln-Ossendorf standen auf einer Liste, die in der Zelle eines Neonazis im Gefängnis Hünfeld in Hessen gefunden wurde. Das berichtete der hessische Justizminister Jörg-Uwe Hahn (FDP) in Wiesbaden. Es gab zunächst keine Angaben, ob tatsächlich Post an Zschäpe ging.

dpa/ap