Einen grausigen Fund haben am Freitagmittag zwei Mitarbeiter eines Recyclingunternehmens in Berlin-Neukölln gemacht. Beim Entleeren eines Altkleidercontainers des Unternehmens an der Wildenbruchstraße Ecke Hüttenroder Weg fanden sie inmitten der Textilien ein totes Baby. Sie alarmierten umgehend die Polizei.
Die beiden 25 und 35 Jahre alten Mitarbeiter wurden in ein Krankenhaus gebracht. Sie standen unter Schock und wurden betreut.
Ob das Baby durch Gewalteinwirkungen zu Tode kam, ist noch unklar. „Es war in einem Behältnis und verpackt“, sagte eine Polizeisprecherin. Die 8. Mordkommission hat die Ermittlungen übernommen.
Mit dem Verweis auf die laufenden Ermittlungen wollte die Polizei am Freitag keine näheren Angaben zu dem toten Säugling machen. Offen bleibt, ob es sich um einen Jungen oder ein Mädchen handelt. Die Sprecherin sagte, es sei ein recht junger Säugling gewesen.
Das tote Baby wurde in die Gerichtsmedizin gebracht. Eine für Freitagnachmittag angesetzte Obduktion soll Erkenntnisse über die Umstände des Todes sowie das Alter und das Geschlecht des Säuglings liefern. Nach Angaben der Polizei könne man frühestens am heutigen Sonnabend mit ersten Ergebnissen rechnen.
Bewohner der umliegenden Häuser befragt
Der Altkleider-Container steht in unmittelbarer Nähe zu Wohnhäusern. Jetzt müsse ermittelt werden, ob der Säugling aus der Umgebung stamme oder ober er von weiter her zu dem Kleidercontainer gebracht worden sei, so die Polizeisprecherin. Bewohner der umliegenden Häuser sollten noch am Freitag befragt werden. „Wir sind auf Hinweise von Zeugen angewiesen“, sagte die Sprecherin weiter.
Meldungen über tot aufgefundene Babys sorgen immer wieder für Entsetzen. Im Sommer 2012 entdeckten Mitarbeiter einer Entrümpelungsfirma eine Babyleiche in einer verdreckten Wohnung in Reinickendorf. Im November 2011 wurde ein totes Baby in Charlottenburg gefunden. Das Neugeborene war aus einem Fenster im fünften Stock eines Mehrfamilienhauses geworfen worden.
In Potsdam fanden Passanten 2011 einen Tag vor Heiligabend eine Babyleiche in einer Garage. Die Mutter des kleinen Mädchens ist bis heute nicht ermittelt worden.
Die Fälle haben auch regelmäßig Diskussionen über Babyklappen an Krankenhäusern ausgelöst. Gesundheitssenator Mario Czaja (CDU) bezeichnete bei einem Besuch im Krankenhaus Waldfriede die vier Berliner Babyklappen sowie das Angebot einiger Krankenhäuser zur anonymen Geburt als Erfolgsgeschichte. „Diese Angebote müssen erhalten bleiben.“
Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) plant indes, keine weiteren Babyklappen mehr zuzulassen, die anonyme Geburt zu verbieten und stattdessen die vertrauliche Geburt einzuführen.















