An diesem Mittwoch, um 12.02 Uhr, beginnt der Frühling auf der Nordhalbkugel - für die Berliner und Brandenburger allerdings nur astromisch. Denn an einen Rückzug des Winters ist nicht zu denken. Zum Frühlingsanfang erwarten die Meteorologen in Berlin zwar ein paar Sonnenstrahlen, es bleibt aber bei Temperaturen bis zu Minus drei Grad Celsius eiskalt - und auch neue Schneefälle werden erwartet. Bis zum Wochenende sollen die Temperaturen weiter sinken, auf bis zu minus acht Grad. „In dieser Woche lässt sich der Frühling nicht blicken“, sagte Meteorologin Angela Richter vom Deutsche Wetterdienst (DWD) in Potsdam.

Am letzter kalendarischen Wintertag hatte der Deutsche Wetterdienst fünf bis sieben Zentimeter Neuschnee in der Hauptstadt gemessen. Die Schneefälle bremsten den Verkehr auf Berlins Straße zwar aus, dennoch gab es nach Angaben der Feuerwehr keine Häufung von witterungsbedingten Unfällen. In Berlin kam besonders der Flugverkehr ins Stocken: Fast jeder Flug in Berlin-Tegel startete am Dienstag mit Verspätung. Durchschnittlich mussten die Fluggäste bei den fast 80 Flügen zwischen 6 und 10.30 Uhr nach Auskunft eines Sprecher rund eine Stunde warten. Außerdem wurden 28 Flüge in Tegel witterungsbedingt gestrichen.

Bahn sieht kaum Probleme

„So wie auf Schienen und Straßen wirkt sich der Winter auch auf den Flugverkehr aus. Die Mitarbeiter haben alle Hände voll zu tun“, sagte Lars Wagner, Sprecher der Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg. Die Enteisung der Maschinen, ohne die bei diesem Wetter kein Flugzeug starten kann, dauert durchschnittlich 20 Minuten. In Schönefeld hoben bis 10.30 Uhr alle Flieger ab, aber teils auch mit Verspätungen. Sie waren aber mit bis zu 20 Minuten geringer als in Tegel, weil in Schönefeld weniger Flugverkehr ist.

Bei der Bahn hingegen gab es laut Auskunft von Sprecher Burkhard Ahlert kaum Probleme: „Im großen und ganzen sind wir gut gestartet.“ Auch wenn es die eine oder andere Tür- oder Weichenstörung gegeben habe, seien bei der S-Bahn um 7 Uhr früh 512 Doppelwagen im Einsatz gewesen. Immerhin 26 mehr als am Dienstag vor einer Woche, als Berlin starken Schneefall hatte.

Mehr als 100 Unfälle allein in Brandenburg

Nicht so glimpflich verlief der letzte Wintertag in anderen Teilen Deutschlands. Vor allem im Ostdeutschland lösten Schnee und Eis am Dienstag viele Unfälle ausgelöst. Allein in Brandenburg zählte die Polizei bis Dienstagmittag weit mehr als 100 Unfälle. Besonders stark hatt es in der Märkischen Schweiz, der Niederlausitz und der Uckermark geschneit.

Im Osten Brandenburgs verloren viele Autofahrer die Kontrolle über ihre Wagen und landeten im Graben oder rammten entgegenkommende Fahrzeuge, wie ein Sprecher der Polizei in Frankfurt (Oder) sagte. Mehrere Menschen wurden verletzt. Zwei Autoinsassen erlitten schwere Verletzungen, als ihr Wagen im morgendlichen Berufsverkehr auf der Umgehungsstraße in Müncheberg gegen einen Baum prallte.

40 Kinder überstanden einen Schulbus-Unfall in Preilack (Spree-Neiße) zum Glück unverletzt, wie ein Cottbuser Polizeisprecher sagte. Das Fahrzeug war beim Anfahren auf glatter Straße in gegen einen Zaun gerutscht. Der Bus konnte wieder flottgemacht werden und die Fahrt zur Schule in Peitz fortsetzen. Die Schüler wurden während der Arbeiten im Gerätehaus der Feuerwehr versorgt.

Lastwagenfahrer stirbt in Thüringen

In Thüringen starb nahe Sondershausen ein Lastwagenfahrer auf der Bundesstraße 4 – er war in einer Rechtskurve ins Rutschen gekommen und in eine Scheune gerast. Nahe Sieverstedt in Schleswig-Holstein kam bereits am Montagabend ein 35 Jahre alter Autofahrer beim Zusammenstoß mit einem Sattelzug ums Leben.

Auch in Sachsen-Anhalt gab es Dutzende Karambolagen. Dabei blieb es überwiegend bei Blechschäden. Auf den Autobahnen stellten sich Lastwagen quer. Nach Angaben des Verkehrswarndienstes gab es unter anderem Behinderungen auf der A14 bei Löbejün und auf der A9 zwischen Dessau-Süd und Halle.

In Mecklenburg-Vorpommern führte starker Schneefall zu einigen Unfällen und mehreren Sperrungen. Starker Wind schränkte auf der Insel Rügen den Fährverkehr ein. Im Landkreis Rostock kam es auch zu Problemen im Schulbusverkehr. Auf der A24 bei Wittenburg rutschte außerdem ein Trinkwasser-Lastwagen von der schneeglatten Fahrbahn. Verletzt wurde niemand, die Autobahn war kurzzeitig gesperrt.

In Sachsen fiel innerhalb kurzer Zeit eine Menge Neuschnee: in Leipzig laut Deutschem Wetterdienst seit Montagabend zehn Zentimeter, in Chemnitz neun und in Görlitz acht. Den ganzen Tag sollte es kräftig weiterschneien. Auf der A14 bei Leipzig landete ein Lkw im Graben. Zu weiteren Unfällen mit Lastwagen kam es unter anderem auf der B95 bei Borna und auf der A4 zwischen Bautzen-Ost und Weißenberg.

bsm/ap mit dpa