Bei einem Feuer in Prenzlauer Berg sind vier Menschen verletzt worden. Erneut waren dort Zündler am Werk, die einen im Hausflur eines Mehrfamilienhauses abgestellten Kinderwagen in Brand setzten.

Wie die Polizei am Donnerstag mitteilte, hatten die unbekannten Täter den Kinderwagen morgens gegen 7.30 Uhr in dem Wohnhaus an der Naugarder Straße angezündet. Mehrere Mieter bemerkten schon unmittelbar nach dem Ausbruch des Feuers beißenden Qualmgeruch und alarmierten die Feuerwehr.

Starke Rauchgasvergiftungen

Als die Feuerwehrleute eintrafen, hatten die Flammen bereits auf das Treppengelände und das Mauerwerk des Hausflurs im Erdgeschoss übergriffen. Vier Bewohner des Hauses mussten von den Einsatzkräften geborgen und ins Freie gebracht werden. Allein hätten sie vermutlich Mühe gehabt, sich angesichts des im ganzen Treppenhaus verteilten giftigen Qualms ins Freie zu retten.

Ein 15-Jähriger und eine 41 Jahre alte Frau mussten mit starken Rauchgasvergiftungen in ein Krankenhaus eingeliefert und stationär behandelt werden. Zwei weitere Mieter wurden mit leichten Vergiftungen von Rettungskräften vor Ort behandelt. Die Ermittlungen hat inzwischen ein Brandkommissariat des Landeskriminalamtes (LKA) übernommen.

Beamte hoffen auf Hinweise zu den Tätern

Die Beamten hoffen jetzt, durch die Sicherstellung möglicher Spuren und die Befragung von Anwohnern Hinweise zu den Tätern zu bekommen. „Diesen Leuten ist womöglich gar nicht klar, welche Gefahren von ihren Zündeleien ausgehen“, sagte ein Ermittler am Donnerstag.

In Brand gesetzte Kinderwagen stellen Feuerwehr und Polizei in Berlin schon seit Jahren immer wieder vor Probleme. Die Gefahr, die von solchen Bränden im Inneren von Wohnhäusern ausgeht, ist aufgrund der schnellen Entwicklung giftiger Kohlenmonoxidsubstanzen lebensbedrohlich. In der Vergangenheit wurden mehrfach überführte Brandstifter zu empfindlichen Haftstrafen verurteilt.

hhn