Fleischskandal

Erste Pferdefleisch-Tests - 20 Berliner Proben negativ

In Berlin wurde bislang noch kein Pferdefleisch im Döner und anderen Produkten gefunden. Das wird nicht so bleiben, meint Minister Heilmann.

Foto: Florian Schuh / dpa

In den ersten rund 20 in Berlin genommenen Lebensmittel-Proben ist kein Pferdefleisch gefunden worden. Der rot-schwarze Senat gehe aber davon aus, dass im Zuge des Fleischskandals auch in Berlin Fälle von Falschetikettierung festgestellt werden, erklärte die Senatsverwaltung für Verbraucherschutz am Dienstag.

Derzeit seien etwa 50 Proben in der Untersuchung, jeden Tag lieferten die Bezirke nach, sagte Minister Thomas Heilmann (CDU). Er rechne unter anderem bei der Untersuchung von Dönerfleisch mit „unangenehmen Überraschungen“.

Bezirke sollen Lebensmittelproben nehmen

Fest steht laut Heilmann, dass falsch deklarierte Lasagne, Ravioli und Dosengulasch auch in Berliner Supermärkten verkauft wurden. Bei Tortelloni und Rinderhack könne dies noch nicht ausgeschlossen werden.

Derzeit seien alle Berliner Bezirke aufgefordert, Lebensmittelproben zu nehmen. Ob diese von Döner, Köfte, Königsberger Klopsen, Lasagne, Burgern, Rouladen oder anderem stammten, sei den Bezirken überlassen. Es solle aber ein möglichst „flächendeckender Teppich“ von Produkten geprüft werden.

Das Landeslabor Berlin-Brandenburg überprüfe die Proben nicht nur auf „tierische Stoffe, die da nicht reingehören“, sondern auch auf Medikamentenrückstände wie Phenylbutazon. Normalerweise werden in dem Labor pro Jahr etwa 18 000 Proben untersucht. Die Identifizierung der Fleischart sei dabei Standard, sagte Heilmann.

Verdachtsfälle überwiegend Tiefkühlware

Aus Sicht des Landesverbandes der Lebensmittelkontrolleure werden sich die Untersuchungen wegen fehlender Laborkapazitäten noch über Wochen hinziehen. Die Kontrolleure könnten derzeit auch nicht deutlich mehr der von ihnen genommenen Proben an die Labore senden, sagte die Vorsitzende Jana Weiser.

Die Tatsache, dass es sich bei den Verdachtsfällen überwiegend um Tiefkühlware handele, erleichtere die Untersuchung allerdings. „So können die sichergestellten Chargen nach und nach aufgetaut und untersucht werden.“

Heilmann forderte Konsequenzen aus dem Skandal: Vor allem müssten die Lieferzusammenhänge produktgenau recherchierbar gemacht werden. Am besten könne dies über das Internet passieren. Auch Ampelsysteme und härtere Sanktionen seien denkbar.