Viele Leser der Morgenpost und Hörer von 104.6 RTL haben sich für Robert Harting als Berliner des Jahres ausgesprochen. Auch die Jury hat sich für den Ausnahmesportler entschieden.

Die Begründung der Jury: Es kann nicht an der Disziplin liegen, die Robert Harting betreibt. Im Vergleich zum Fußball, der Deutschen liebstem Sport, ist Diskuswurf eher unpopulär. Auch seine sportlichen Meriten allein machen ihn noch nicht zum Berliner des Jahres – Olympiasieger und Weltmeister hatte die Hauptstadt schon vorher viele. Aber diesen Riesen kennt inzwischen fast jeder, nicht nur in Berlin, nicht nur unter Sportfans. Es muss an dem Typen liegen, der ankommt.

Ehrlich und authentisch

Harting ist ein Typ. Einer voller Widersprüche. Harting kann hart und weich sein, dankbar und anklagend, kauzig und klar, spricht nicht zu gescheit, aber nie dümmlich. Immer wirkt Harting dabei authentisch, mit der Goldmedaille um den Hals genauso wie einen Tag später mit schwerem Kater nach der Party. Der Mann nimmt kein Blatt vor den Mund, und es ist ihm egal, ob nun beim Training nur drei Leute zuhören oder bei einer Gala ein Millionenpublikum. Er ist für Überraschungen gut, manchmal auch für unangenehme. Darauf muss jeder gefasst sein. Diplomatische Formulierungen und Linientreue sind nicht sein Ding.

Es ist wohl das ganze Paket, das Menschen das Gefühl gibt, er sei einer von ihnen: Der hat Schwächen, aber der traut sich was. Der zeigt Leistung, gewinnt trotz seines kaputten Knies gegen die Besten der Welt. Robert Harting ist ein hervorragender Vertreter der Sportstadt Berlin.

BM