Nachdem mehrere Touristen von vermeintlichen Taxifahrern betrogen wurden, fordern Berlins Taxiverbände härtere Schritte. „Wir müssen das radikal bekämpfen“, sagte Uwe Gawehn, Geschäftsführer der Taxi-Innung Berlin. „Wir können nicht zulassen, dass Betrüger Touristen abzocken.“ Laut Landeskriminalamt gab es in diesem Jahr bereits 120 gemeldete Betrugsfälle, davon liegen bereits 97 dem Staatsanwalt vor. In 51 Fällen wurden Tatverdächtige ermittelt. „Wir gehen aber auch von einer Dunkelziffer aus“, sagte ein Sprecher. Viele Touristen wüssten oft nicht, dass sie Opfer eines Betrugs geworden sind und würden sich nur über die hohen Preise wundern.

„Wir sind uns sicher, dass die Betrüger eine Taxilizenz haben, also schwarze Schafe in den eigenen Reihen“, so Gawehn. Die Taxi-Innung will deshalb unter anderem mit dem LKA, aber auch dem Landesamt für Bürger- und Ordnungsangelegenheiten (Labo), dem Flughafen Tegel sowie den anderen Taxiverbänden zusammensetzen, um eine Lösung zu finden. „Wir vermuten eine Bande hinter diesen Verbrechen“, sagte Detlev Freutel, Vorsitzender des Verbands. „Es ist wichtig, das schnell zu beenden.“

Service soll Touristen vor Taxi-Betrüger schützen

Als ein Mittel, den Betrug zu beenden, gilt das sogenannte Fiskaltaxameter, das automatisch Fahrpreise errechnet. 2011 gab es damit die ersten Feldversuche in Berlin. „Die Ergebnisse werden als positiv eingeschätzt, damit können Umsätze manipulationssicher erfasst und gespeichert werden“, so eine Sprecherin der zuständigen Berliner Senatsverwaltung für Wirtschaft. In Berlin werde gegenwärtig geklärt, wie es nach dem Feldversuch weitergehen könnte. „Denn eine flächendeckende Einführung vor 2016 kann nur freiwillig erfolgen und ist mit Kosten für die Unternehmen verbunden.“

Auch das offizielle Tourismusportal der Stadt, Visit Berlin, beschäftigt sich mit dem Problem und hat bereits angefangen, einen eigenen Service für Berlinbesucher anzubieten. „Wir stellen Preisbeispiele für bestimmte Strecken vor und geben Tipps, wie Gäste Betrüger erkennen können“, sagte Sprecherin Katharina Dreger. So hätten echte Berliner Taxifahrer auch ein Berliner Autokennzeichen und keine Konzessionsnummer über 8000. Auch sollten Touristen am Flughafen Tegel nur Taxis an ausgewiesenen Haltestellen besteigen. „Taxifahrer sind wie eine Visitenkarte für diese Stadt. Jeder Betrug ist schlecht für das Image.“

dpa/nbo