Tot vor Wohnhaus

15-Jähriger gesteht Mord an Berliner in Spandau

Nachdem ein Mann tot vor einem Wohnhaus in Spandau gefunden worden war, gestand ein Jugendlicher jetzt die Tat. Das Motiv bleibt unklar.

Foto: Steffen Pletl

Im Fall eines am Donnerstag in Berlin getöteten 55-jährigen Mannes hat der 15 Jahre alte Verdächtige am Freitag die Tat gestanden. Das teilte die Polizei mit. „Das Motiv ist aber weiterhin unklar“, sagte ein Sprecher der Polizei am Freitagmittag.

Gegen den 15-Jährigen wurde Haftbefehl erlassen. Der Jugendliche sei am Freitag in Untersuchungshaft gekommen, teilte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft mit. Unterdessen wurde bekannt, dass das Opfer bereits zweimal wegen Sexualdelikten vorbestraft war.

Der 55-Jährige war am Donnerstagabend blutüberströmt auf einer Wiese vor seinem Wohnhaus von einem Passanten gefunden worden. Reanimierungsversuche der alarmierten Einsatzkräfte kamen zu spät, das Opfer starb noch am Ort des Geschehens. Polizisten suchten umgehend den Tatort ab und fanden im Treppenhaus des Wohnhauses Spuren, die zur Ergreifung des 15-Jährigen führten.

Opfer wurde in seiner Wohnung niedergestochen

Bisherigen Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft zufolge hatte der Jugendliche den 55-Jährigen in der Wohnung niedergestochen. Das Opfer sei dann geflohen, aber vor dem Haus an den Folgen der Stichverletzungen kollabiert und schließlich gestorben.

Laut Staatsanwaltschaft kannten sich das Opfer und der Tatverdächtige. Konkretere Angaben wollte Sprecher Martin Steltner dazu vorerst nicht machen. Er bestätigte aber, dass das Opfer „hochgradig vorbestraft“ war. Den Angaben zufolge wurde der 55-Jährige in den vergangenen zehn Jahren bereits zweimal wegen Sexualdelikten verurteilt. Unter anderem soll er auch drei Jahre wegen Kindesmissbrauchs verbüßt haben.

Der Sprecher betonte aber, dass sich aus der Vorgeschichte des Opfers nicht unbedingt Rückschlüsse auf das Tatmotiv des 15-Jährigen ziehen lassen würden. Die Ermittlung der konkreten Hintergründe sei noch nicht abgeschlossen. Sie müssten weiter geprüft werden.