Ein 32-Jähriger, der seine Frau nach einem Familienstreit in Berlin-Kreuzberg erstochen und zerstückelt hat, kommt jetzt vor Gericht.
Das sogenannte Sicherungsverfahren am Landgericht beginne am nächsten Dienstag wegen Totschlags und Widerstandes gegen Polizisten, teilte Gerichtssprecher Tobias Kaehne am Donnerstag mit. Die Staatsanwaltschaft strebe die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus an. Der Fall hatte auch eine neue Debatte über Zwangsheiraten ausgelöst.
Der Mann soll die Mutter von sechs Kindern am 4. Juni niedergeschlagen und mit mehreren Messerstichen getötet haben. Dann soll er der 30-Jährigen den Kopf sowie eine Brust abgeschnitten und die Körperteile von der Dachterrasse im fünften Stock der Kreuzberger Wohnung geworfen haben. Zudem soll er sich gegen seine Festnahme gewehrt haben. Der 32-Jährige werde als schuldunfähig eingestuft, sagte der Sprecher. Der Mann sei psychisch krank.
Laut Strafprozessordnung tritt im Sicherungsverfahren an die Stelle der Anklage ein Antrag der Staatsanwaltschaft. Ein Strafprozess scheidet wegen Schuld- oder Verhandlungsunfähigkeit aus. Am Ende könnte ein Beschluss des Gerichts stehen, mit dem die Unterbringung in der Psychiatrie sowie Therapiemaßnahmen geregelt werden. Im Sicherungsverfahren kommen aber wie im Strafprozess auch Zeugen und Sachverständige zu Wort.
Nach früheren Angaben der Staatsanwaltschaft wurde bei dem Beschuldigten paranoide Schizophrenie festgestellt. Der Mann soll die Bluttat im Wesentlichen gestanden haben. Der Verdächtige sei bereits vorläufig im Maßregelvollzug untergebracht, dem Krankenhaus für psychisch kranke Straftäter.
Die Kinder der getöteten Mutter hatten die Gewalttat laut Polizei entgegen ersten Befürchtungen wohl nicht mitbekommen. Die fünf Ältesten hätten in ihren Zimmern geschlafen. Nur ein einjähriges Kleinkind soll wach gewesen sein.
dpa/bee





