Auf einer Baustelle am Leipziger Platz in Berlin-Mitte sind zwei Menschen unter einer eingestürzten Decke verschüttet worden. Wie es zu dem Unglück am Nachmittag auf dem ehemaligen Wertheim-Grundstück kam, sei unklar, sagte ein Feuerwehrsprecher am Dienstag. Die beiden Bauarbeiter wurden schwer verletzt in ein Krankenhaus gebracht. „Es wird niemand weiteres vermisst.“ Zunächst war intensiv nach weiteren Opfern gesucht worden.

Nach ersten Erkenntnissen war bei Verschalungsarbeiten am geplanten Einkaufscenter ein Teil einer fünf Meter hohen Decke abgestürzt. Rund 500 Quadratmeter eines insgesamt 3500 Quadratmeter großen Teilbereichs war betroffen. Zwei Männer wurden verschüttet, konnten aber schnell unter den Trümmern geborgen werden. Rettungskräfte sprachen von „Glück im Unglück“.

Unfall vielleicht im Zusammenhang mit dem Regen

Gegen 14.40 Uhr sei der Notruf bei der Feuerwehr eingegangen, sagte der Sprecher. Rund 80 Einsatzkräfte, Notärzte und schweres Gerät rückten zur Unfallstelle aus. Ob der Unfall mit dem Regen zusammenhängt, blieb zunächst unklar.

Auf der Baustelle, an der auch die U-Bahn der Linie 2 entlangführt, wird derzeit ein neues Kaufhaus gebaut Der Verkehr war durch den Unfall nicht beeinträchtigt.

Ärger mit Baustelle am Leipziger Platz

Mit der großen Baustelle auf dem Areal des früheren Kaufhauses Wertheim im Herzen Berlins hat es schon öfter Ärger gegeben. Auf dem 20.000 Quadratmeter großen Gelände am Leipziger Platz sollen nach Jahre langem juristischem Hickhack eine Shoppingmeile, Wohnungen und Büros entstehen.

Im März war es zu einem großen Wassereinbruch auf der Baustelle in Berlin-Mitte gekommen, die U-Bahnlinie 2 musste mehrere Tage unterbrochen werden.

Bis 2013 soll das 450 Millionen Euro teure Projekt zwischen Bundesrat und Voßstraße fertig sein. Bauherr ist die Immobilienfirma High Gain House Investments GmbH.

Grundstückseigentümer hatten gegen das Bauvorhaben geklagt und kritisiert, dass der Baukomplex die Nachbarn optisch erdrücke und der Verkehrslärm zunehme. Im April vergangenen Jahres legten Anlieger und der Investor ihren Streit aber bei. Bereits vor vielen Jahren hatte es zudem Konflikte um das Erbe der jüdischen Kaufmannsfamilie Wertheim gegeben.

dpa/BMO/nbo