Ein Neugeborenes ist in Berlin an einer Blutvergiftung aufgrund einer Keiminfektion gestorben. Der Säugling war zunächst in der Virchow-Klinik der Charité behandelt und dann für eine Operation ins benachbarte Deutsche Herzzentrum verlegt worden, wie der Leiter der Neonatologie der Charité, Christoph Bührer, am Sonnabend erklärte. Fünf Tage nach der Operation war das Neugeborene im Herzzentrum an einer Infektion mit sogenannten Serratien-Keimen gestorben. Zuvor war von einem Frühchen die Rede gewesen.

Wo sich der Säugling infiziert hat, war zunächst nicht gänzlich geklärt. An der Charité hatte es zuletzt aber mehrere Erkrankungen mit dem Erreger gegeben. Bei weiteren Kindern wurde der Keim gefunden, sie gerieten aber nicht in Gefahr. Es sei wahrscheinlicher, dass der Todesfall mit den Erkrankungen wegen des Erregers an der Charité zusammenhänge als dass er andere Ursachen habe, sagte Bührer. „Wir suchen das Problem zunächst bei uns, und nicht bei anderen.“

Weitere sieben Kinder seien erkrankt, sagte die Sprecherin von Deutschlands größtem Universitätsklinikum, Stefanie Winde, am Sonnabend. Wegen des starken Befalls mit sogenannten Serratien-Keimen nehme die Charité an zwei ihrer fünf Stationen keine Frühchen mehr auf. Bereits aufgenommene Frühgeborene würden aber weiter behandelt.

Die am Virchow-Klinikum der Charité entdeckten Erreger gelten der Sprecherin zufolge eigentlich als weniger gefährlich als die multiresistenten Keime, an denen in Bremen mindestens drei Frühchen gestorben waren. Die Serratien-Keime an der Charité seien nicht multiresistent. Sie seien aber offenbar gut übertragbar, erklärte Winde. Antibiotika würden gut helfen.

Das Frühgeborene war bereits zwischen dem 8. und 12. Oktober gestorben. Erst in dieser Woche war aber die Häufung der Erkrankungen aufgefallen.

dpa/bee