Nach dem qualvollen Tod eines Kioskbesitzers sitzt seit Montag sein mutmaßlicher Nebenbuhler auf der Anklagebank im Berliner Landgericht. Der gelernte Bademeister und Verkäufer schwieg zu Prozessbeginn zum Vorwurf des grausamen und heimtückischen Mordes.

Der Beschuldigte soll den 60-Jährigen am 9. November 2011 in seinem Lotto-Laden im Stadtteil Reinickendorf umgebracht haben, um ihm die Frau ganz ausspannen zu können.

22 Minuten dauerte laut Anklage der Todeskampf des gefesselten und geknebelten Opfers. Der Verkäufer soll die Qualen des Berliners mit den rohen Worten „Mann, stirb“ kommentiert haben. Der Verkäufer soll als vermeintlicher Kunde in das Geschäft gekommen sein, um vermeintlich Zigaretten zu kaufen. Plötzlich habe er den 60-Jährigen mit einem Revolver bedroht und in den Treppenaufgang neben dem Laden gezerrt.

Die Frau des Kioskbesitzers hatte sich Sorgen gemacht, als sie ihren Mann abends telefonisch nicht erreichen konnte. Schließlich hatte die Mutter eines gemeinsamen Sohnes die Polizei alarmiert. Beamte fanden die Leiche dann in dem Lotto-Laden in der Ollenhauerstraße.

Die 51-Jährige war 13 Jahre lang mit dem Kioskinhaber liiert. Den Angeklagten kennt sie seit 2009. Sie habe zeitweise ein sexuelles Verhältnis mit dem Verkäufer gehabt, sagte die Frau vor Gericht. Ihren Lebensgefährten habe sie „geliebt und sehr unter seinen Frauengeschichten gelitten“, sagte die Frau im Prozess. Deswegen habe sie eine Beziehung zum Angeklagten aufgenommen. Sie habe aber Schluss gemacht, weil sie ihr Verhalten nicht gut fand.

dpa/bee