Der Streik der Lufthansa-Flugbegleiter in Frankfurt am Main hat am Freitag kaum Auswirkungen auf den Flugverkehr von und nach Berlin-Tegel. Bis zum offiziellen Ende des Streiks um 13 Uhr fallen nach Angaben der Airline acht Flüge von und nach Frankfurt aus. Ob es dabei bleibt, war am Morgen noch unklar. Insgesamt streicht die Lufthansa 64 Flüge, vorwiegend auf innerdeutschen Strecken. Drei Viertel der planmäßigen Verbindungen sollen aber bedient werden. Die Fluggäste werden gebeten, sich vor Reisebeginn im Internet über den aktuellen Stand zu informieren.

Der Chef der Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo, Nicoley Baublies, hat die Streikbereitschaft der Stewardessen und Stewards der Lufthansa als „absolut überwältigend“ bezeichnet. Baublies zeigte sich im ARD-Morgenmagazin am Frankfurter Flughafen höchst zufrieden mit dem Ausstand, zu dem die Lufthansa-Flugbegleiter von 5 bis 13 Uhr auf Deutschlands größten Airport aufgerufen sind. Verzögerungen werde es aber auch danach noch geben. „Es dauert Tage, bis der Flugplan wieder ganz normal ist“, meinte Baublies.

Die Lufthansa strich am Freitag nach Angaben einer Sprecherin zunächst ein Viertel der geplanten Flüge. Die Fluggesellschaft ging aber davon aus, drei Viertel der für den Streik-Zeitraum vorgesehen 360 Starts und Landungen abfertigen zu können. Insgesamt hatte die Lufthansa am gesamten Freitag 840 Flüge geplant.

Betroffen von den Streichungen waren erst einmal Kurz- und Mittelstreckenflüge, sagte die Lufthansa-Sprecherin. Bei vielen innerdeutschen Verbindungen konnten die Passagiere auf Züge ausweichen. „Die genauen Streikfolgen können momentan noch nicht abgeschätzt werden“, erklärte die Fluggesellschaft auf ihrer Website. Langstreckenflüge hätten zwar Priorität, doch auch hier seien Verspätungen möglich.

Über die Auswirkungen des Flugbegleiter-Streiks wollte die Lufthansa unter anderem auf ihrer Website informieren. Reisende, die ihre Handynummer oder eine E-Mail-Adresse angegeben hätten, würden nach Möglichkeit über diesen Weg von Verzögerungen, Flugstreichungen und Umbuchungen erfahren.

Die Deutsche Bahn setzt wegen des Streiks am Freitagvormittag mehr Züge als sonst ein. Damit soll Passagieren, deren Flüge ausfallen, geholfen werden. Die Bahn habe mit der Lufthansa ein entsprechendes Kooperationsangebot „Good for Train“ abgeschlossen, teilte das Unternehmen in Berlin mit. Auf den Bahnhöfen werde zusätzliches Personal Fahrgäste informieren.

Neue Streiks nicht ausgeschlossen

Vom Streik der Lufthansa-Flugbegleiter in Frankfurt sind auch mehrere Flüge am Münchner Airport betroffen. Wie viele Maschinen am Boden bleiben, stelle sich erst am Vormittag heraus, sagte ein Mitarbeiter der Verkehrsleitung am Münchner Flughafen am Freitagmorgen. Erwartet werde ein Ausfall von 10 bis 15 Flügen.

Keine großen Auswirkungen hat die Arbeitsniederlegung auf den Flugbetrieb in Hamburg. Vereinzelt würden Flüge von oder nach Frankfurt ausfallen, teilt ein Sprecher des Flughafens am Freitagmorgen mit. Viele Passagiere hätten ihre Inlandsverbindungen im Vorfeld auf die Bahn umgebucht.

Der Ufo-Chef appellierte an die Lufthansa, den Flugbegleitern ein neues Angebot in dem Tarifstreit zu machen. Weitere Aktionen hingen „vom Verhalten der Lufthansa ab“. Ufo könne auch für den heutigen Freitagabend erneut zum Streik aufrufen.

Die Gewerkschaft Ufo organisiert nach eigenen Angaben die Mehrheit der rund 19.000 Flugbegleiter bei der Lufthansa. Die Gewerkschaft hatte am Dienstag nach dem Scheitern langwieriger Verhandlungen den Streik ausgerufen, dem die Mitglieder schon vorab zugestimmt hatten. Ufo hat in den seit 13 Monaten andauernden Verhandlungen nach drei Jahren Nullrunden neben fünf Prozent höheren Entgelten unter anderem das Ende der Leiharbeit und Schutz gegen die Auslagerung von Jobs verlangt. Lufthansa plant hingegen mittelfristige Einsparungen bei den Personalkosten und will dafür unter anderem die Beförderungsstufen strecken.

dpa/dapd/sei