Die Berliner Stadtreinigung (BSR) will den Müll in sogenannten Siedlungsgebieten künftig nur noch alle zwei Wochen entsorgen. „Das ist effizienter und ökologischer“, sagte BSR-Sprecherin Sabine Thümler am Montag. Die meisten Hausbesitzer würden die zweiwöchige Leerung ohnehin vorziehen.
Die BSR spreche deshalb seit einiger Zeit die Bewohner von Wohngegenden mit überwiegend Einfamilienhäusern gezielt an, um sie von einer Umstellung auf die zweiwöchige Leerung zu überzeugen. Dabei sparen Kunden nach Angaben der BSR rund 100 Euro im Jahr. Die Entleerung einer 60-Liter-Tonne, die wöchentlich abgeholt wird, kostet im Quartal 64,08 Euro. Für das 14-tägliche Abholen einer 120-Liter-Tonne berechnet die BSR dagegen nur 38,47 Euro pro Quartal. Allerdings müssen Kunden, die die Tonne wechseln, eine einmalige Gebühr in Höhe von 20,49 Euro bezahlen.
Die BSR möchte mit der Umstellung Kosten sparen. „Es ist nicht sinnvoll, für drei Mülltonnen extra in eine Straße zu fahren“, sagte Thümler. Es werde auch weiterhin Ausnahmen geben, wenn es aus Sicht der Tourenplanung sinnvoll erscheint, weiter wöchentlich zu leeren.
Die BSR leert den Müll in Einfamilienhaus-Siedlungen grundsätzlich im Wochenwechsel. Während der Müll in der einen Siedlung an geraden Wochen geleert wird, geschieht es in anderen Siedlungen an ungeraden Wochen. Für diejenigen Hausbesitzer, die noch eine wöchentliche Leerung verabredet haben, fallen deshalb Umwege für die Müllwerker an. Die sollen künftig vermieden werden.
In ihren Informationsbüros drängt die BSR deshalb diejenigen Hausbesitzer, die bislang noch eine wöchentliche Leerung haben, zum Wechsel. „Wenn es sich nicht mehr lohnt, kommen wir künftig nicht mehr wöchentlich“, sagte eine Mitarbeiterin des Servicebüros am Montag auf Nachfrage. Ein Beibehalten der wöchentlichen Leerung sei nicht mehr möglich, wenn sich in der Nachbarschaft nicht mehr genügend Kunden fänden, sagte die Mitarbeiterin weiter.
Nach dem Berliner „Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz“ ist das Land Berlin verpflichtet, „die auf dem Gebiet angefallenen Abfälle zu entsorgen“. Vorgaben, wie oft eine Mülltonne geleert werden muss, bestehen nicht. Das Land hat die Entsorgungspflicht weitgehend auf die BSR übertragen, die selbst entscheiden kann, in welcher Form und wie oft sie den Müll abholt. „Natürlich haben wir einen Blick darauf, dass das kostengünstig und ökologisch geschieht“, sagte ein Sprecher der Wirtschaftsverwaltung. Da es sich um das operative Geschäft der BSR handle, wolle sich die Verwaltung nicht in den Ablauf einmischen.
Unter Siedlungsgebiet verstehen die Müllwerker Wohngegenden, die überwiegend aus Einfamilienhäusern bestehen wie Frohnau, Grunewald oder Mahlsdorf. In Gegenden mit überwiegend Mietwohnungen wird der Restmüll weiterhin einmal wöchentlich abgeholt. Anders verhält es sich mit der Biotonne. Hier hat das Abgeordnetenhaus beschlossen, dass es in den kalten Wintermonaten ausreicht, die Tonne ebenfalls lediglich alle zwei Wochen abzuholen, weil sich im Winter die Geruchsbelästigung des Bioabfalls in Grenzen hält.
Der Verband der Berliner Haus- und Grundbesitzer unterstützt die BSR in ihren Bestrebungen, die Müllentsorgung in den Siedlungsgebieten zu vereinheitlichen. „Man muss ihnen zugestehen, die Müllentsorgung effektiver zu gestalten“, sagte Verbandssprecher Dieter Blümmel. In Brandenburg sei der zweiwöchige Rhythmus bereits die Regel. „Ich sehe keinen Grund, sich dagegen zu wehren.“ Auch aus hygienischer Sicht spricht nach Angaben des Gesundheitsamtes Reinickendorf nichts gegen einen Zwei-Wochen-Rhythmus. Eine höhere Gefahr, Ungeziefer anzulocken, bestehe nicht, so ein Behördensprecher.
![Mülltonnen für normalen Müll (l-r), eine Orange-Box für Wertstoffe, eine Mülltonne für Bioabfall, den grünen Punkt und Papier stehen am Donnerstag (01.12.2011) in Berlin an der Straße. Foto: Jens Kalaene [ Rechtehinweis: Verwendung weltweit, usage worldwide ] Mülltonnen für normalen Müll (l-r), eine Orange-Box für Wertstoffe, eine Mülltonne für Bioabfall, den grünen Punkt und Papier stehen am Donnerstag (01.12.2011) in Berlin an der Straße. Foto: Jens Kalaene [ Rechtehinweis: Verwendung weltweit, usage worldwide ]](https://img.sparknews.funkemedien.de/108323312/108323312_1423550625_v16_9_1200.jpeg)




