Impfgegner in gut situierten Berliner Bezirken bereiten der Berliner Gesundheitsverwaltung Sorge. Senator Mario Czaja (CDU) kündigte am Mittwoch für Anfang 2013 eine Kampagne für Masern-Impfungen in „Problembezirken“ an, die vor allem im Westen der Stadt liegen. Die mangelnde Impfbereitschaft in bildungsnahen Familien in Bezirken wie Steglitz-Zehlendorf und Reinickendorf sei ein Wohlstandsproblem. „Die Impfbereitschaft bei Menschen mit Migrationshintergrund ist größer als bei Deutschen“, sagte Czaja. Das liege unter anderem daran, dass in den muslimischen Gemeinden, etwa durch Imame, für die Impfung geworben werde.

Czaja warnte vor der „ausgesprochen hohen“ Ansteckungsgefahr bei Masern und ernstzunehmenden Folgeerkrankungen wie etwa Hirnhautentzündungen. In Berlin lag die Zahl der Masernerkrankungen mit 160 laut Robert Koch-Institut im vergangenen Jahr auf dem höchsten Stand seit zehn Jahren.

In den Bezirken Steglitz-Zehlendorf und Reinickendorf hatte es im vergangenen Jahr zwei große Ausbrüche und viele ungeimpfte Kinder gegeben. 2010 warden 92 Erkrankungen gemeldet worden, 2009 nur 33.

dpa/alu