Schweres Werkzeug oder gleich ganze Heizkessel: Handwerker haben mitunter große Lasten zu tragen. Und das nicht nur treppauf und treppab, sondern nicht selten auch meterweit vom Auto bis zur Baustelle. Gerade in Berlin ist in beliebten Vierteln ein Parkplatz erst nach langem Suchen zu finden – am Ende kostet er wegen des Parkscheins auch noch viel Geld.
Solche Schwierigkeiten bleiben Handwerkern in Berlin demnächst erspart: Voraussichtlich von Herbst an können Firmen aus hier spezielle Parkausweise beantragen, wie es sie auch andernorts bereits gibt. Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa soll die neue Regelung in der Hauptstadt von November an gelten.
Mit einer solchen Ausnahmegenehmigung wird etwa Klempnern, Tischlern oder Maurern ermöglicht, während eines Auftrages ihre Fahrzeuge abzustellen, ohne Parkscheine ziehen zu müssen und damit immer wieder ihre Arbeit zu unterbrechen. An diesem Dienstag (24.7.) wird Verkehrs-Staatssekretär Christian Gaebler Details zum Handwerkerparkausweis bekanntgeben. Bis dahin will die federführende Senatsverwaltung für Stadtentwicklung keine Einzelheiten – etwa zum Preis – nennen.
ADAC bemängelt die Sondergenehmigung
Aus Sicht der Handwerkskammer fällt für die Firmen künftig lästige Bürokratie weg: Zwar hätten Unternehmen auch jetzt schon gesonderte Parkgenehmigungen beantragen können – dies sei aber kompliziert gewesen. „Wir sind glücklich, dass es losgeht“, sagte der Pressesprecher der Berliner Handwerkskammer, Daniel Jander. „Wir hätten uns das aber viel früher gewünscht.“ Die Diskussion über den Parkausweis für Handwerker dauere schon eine ganze Weile an.
Matthias Frankenstein, Geschäftsführer der Mercedöl-Feuerungsbau GmbH für Heiz- und Versorgungstechnik in Berlin, kennt das Problem. Bislang könne es drei bis vier Wochen dauern, bis die Behörden eine Ausnahmegenehmigung erteilten. Nicht immer sei klar, welches Amt zuständig sei. „Es ist sehr viel Bürokratie“, sagte er. Erschwerend komme für seinen Betrieb hinzu, dass Mitarbeiter auch in Notfällen gerufen würden – und rasch beim Kunden sein müssten.
Wenn die Beschäftigten dann vergäßen, immer wieder die Parkuhr mit Geld zu füttern, landeten die Bußgeldbescheide auf seinem Tisch, erzählt Frankenstein. Das Unternehmen übernehme diese Kosten. Der Geschäftsführer sagte, er freue sich über den geplanten Handwerkerausweis. „Man muss aber gucken, wie viel der kostet.“ Immerhin stünden in seiner Firma mit 140 Mitarbeitern in Berlin rund 100 Fahrzeuge auf dem Hof. „Ich will nicht hoffen, dass gigantische Kosten auf Handwerker zukommen.“
Nicht ganz so positiv sieht der ADAC Sondergenehmigungen für das Parken – denn die Straßen seien für alle da, meinte der zuständige Referent Ronald Winkler. Sinnvoll seien solche Regelungen allerdings für Menschen mit Behinderungen oder Anwohner in bestimmten Vierteln, die sonst kaum einen Parkplatz finden könnten.
dpa/nbo


