Die geplante Tarifreform der Gema sorgt weiter für Zündstoff in der Berliner Clubszene. Das Berliner „Berghain“ protestiert auf seiner Homepage gegen die „Preisdiktatur“ der Musikrechte-Verwertungsgesellschaft.

Der Club ruft dazu auf, eine Petition gegen die Tarifreform zu unterzeichnen. Die Berliner Grünen-Fraktion forderte Kultursenator Klaus Wowereit (SPD) auf, einen Runden Tisch mit der Gema und den Betroffenen einzusetzen.

Zu Berichten über eine möglicherweise drohende Schließung äußerte sich das „Berghain“ auf Anfrage nicht. Für dieses Szenario ist es wohl auch noch zu früh: Die Tarifreform ist noch nicht beschlossen, sondern liegt derzeit bei einem Schiedsstellenverfahren beim Marken- und Patentamt in München.

Die Gema will ab 2013 zehn Prozent der Eintrittsgelder verlangen und verteidigte dies kürzlich als gerechter als das Vorgängermodell.

Nach Angaben der Clubcommission, dem Berliner Dachverband der Clubs, würde diese Reform Preissteigerungen von 400 bis 600 Prozent bedeuten. Wenn das Gema-Modell wie geplant käme, wäre es laut Clubcommission-Sprecher Lutz Leichsenring neben dem „Berghain“ auch „für viele andere Clubs“ existenzgefährdend.

Die Musik- und Clubszene sei für Berlin nicht nur ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, erklärte Grünen-Politikerin Katrin Schmidberger. Sie sorge auch für einen sozialen und emotionalen Zusammenhalt der Stadt-Gesellschaft. Die Clubszene sei ein Alleinstellungsmerkmal Berlins unter den Metropolen weltweit. „Deshalb darf die Musik in den Berliner Clubs - egal ob im Berghain, Kitkat, Watergate, Lido oder Schwuz - nicht ausgehen.“

dpa/mim