Berlin im Zeichen der Regenbogenfahne: Schwule und Lesben feiern eine Woche vor dem Christopher-Street-Day ihr traditionelles Stadtfest. Bis Sonntagabend werden mehr als 250.000 Besucher erwartet, wie Organisator Dieter Schneider am Samstag auf Anfrage sagte. Unter dem Motto „Gleiche Rechte für Ungleiche“ präsentieren sich bei dem Fest in Schöneberg 100 Vereine, Verbände und Parteien. Das Straßenfest bildet den Auftakt für eine Reihe von Veranstaltungen der schwul-lesbischen Szene in den kommenden Tagen.
In seinem Grußwort beklagte Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD), dass „trotz aller Fortschritte in Sachen Emanzipation, Gleichstellung und gesellschaftlicher Respektierung wir bis heute nicht am Ziel unserer Wünsche angekommen“ sind. Wowereit, der das Fest eröffnete, sagte weiter: „In vielen Köpfen sind Stereotype und Vorurteile über Lesben und Schwule nach wie vor fest verankert.“ Eine vollständige Gleichheit vor dem Gesetz sei noch immer nicht erreicht worden.
Für eine Gleichberechtigung von Schwulen und Lesben trete unter anderen die Linke-Bundestagsabgeordnete Barbara Höll ein, lobte Gerhard Hoffmann vom Vorstand des Regenbogenfonds als Veranstalter des Stadtfestes. Für ihr Engagement wurde die Politikerin am Samstag mit dem Rainbow-Award ausgezeichnet. Mit dem Preis werden laut Hoffmann Personen geehrt, die sich um lesbisch-schwule Belange verdient gemacht haben.
Besucher kommen aus aller Welt
Das schwul-lesbische Stadtfest war vor 20 Jahren als Reaktion auf Übergriffe auf Homosexuelle erstmals gefeiert worden. Es gilt mittlerweile als eines der größten seiner Art in Deutschland. Auf den Bühnen sind unter anderem Musik und Unterhaltung zu erleben. Ein für Sonntag geplanter Auftritt von Paul van Dyk wurde wegen einer Erkrankung des Musikers abgesagt.
„Die Besucher kommen aus allen Teilen der Welt“, unterstrich Schneider. Viele von ihnen dürften auch die Veranstaltungen der nächsten Tage besuchen. Für Mittwoch (20. Juni) ist die „Gay Night am Zoo“ geplant, die unter der Schirmherrschaft Wowereits steht. Höhepunkt ist der Christopher-Street-Day am nächsten Samstag. Im Mittelpunkt des Umzuges am 23. Juni steht nach Angaben der Veranstalter der Protest gegen die kürzlich in St. Petersburg erlassenen Strafgesetze gegen Homosexuelle und Sympathisanten
dapd/sei


