An Berlins Schulen gibt es wieder Unruhe. Nachdem es vor einigen Wochen an zwei Grundschulen in Wedding und in Frohnau zu sexuellen Übergriffen gekommen war, hat es jetzt nach Informationen von Morgenpost Online einen erneuten Vorfall auf einer Schultoilette im Bezirk Reinickendorf gegeben.

Zwei Mädchen überraschten am vergangenen Freitag an der Hermsdorfer Gustav-Dreyer-Schule auf der Schultoilette einen fremden Mann. Die Polizei bestätigte den Vorgang auf Anfrage von Morgenpost Online. Einen Übergriff habe es aber nicht gegeben, heißt es. Das LKA 134, das auch den Fall an der Victor-Gollancz-Grundschule in Frohnau bearbeitet hat, habe sich jetzt des Vorfalls an der Gustav-Dreyer-Schule angenommen.

Katrin Schultze-Berndt (CDU), Bildungsstadträtin in Reinickendorf, sagt, dass sie am Montag darüber informiert worden sei, dass es am vergangenen Freitag zu dem Vorfall an der Gustav-Dreyer-Schule gekommen ist. „Der Unbekannte ist sofort geflüchtet, als er die Mädchen sah“, sagt Schultze-Berndt. Der Mann habe die Schülerinnen ihres Wissens nach aber weder angesprochen noch berührt.

Schultze-Berndt hält das Geschehen dennoch für äußerst beunruhigend.

Bereits am Montag informiert

Auch die Eltern, deren Kinder die Gustav-Dreyer-Schule besuchen, sind aufgeschreckt. Viele haben ihre Kinder am Donnerstag von der Schule abgeholt. Elternsprecherin Sabine Höbbel sagt, dass die Schule schnell reagiert und die Eltern bereits am Montag informiert habe. „Wie sich zeigte, waren ja bereits sinnvolle Schutzmaßnahmen eingeleitet worden, da die Kinder nur noch zu zweit zur Toilette gehen dürfen“, so Höbbel. Nach dem Vorfall am Freitag habe die Schulleitung darüber hinaus festgelegt, die Toiletten abzuschließen. Die Kinder müssten sich nun im Sekretariat einen Schlüssel holen. Sabine Höbbel hält diese Maßnahme für sinnvoll. „Unsere Schultoiletten befinden sich in einem Extragebäude. Die Kinder müssen das Hauptgebäude verlassen, wenn sie dorthin wollen“, sagt die Elternvertreterin. Die Schulleitung wollte sich am Donnerstag nicht äußern.

Bildungsstadträtin Schultze-Berndt betont erneut, dass ihr Bezirk alles tun werde, um die Schulen sicherer zu machen. „In Absprache mit jeder einzelnen Einrichtung werden wir feststellen, welche Maßnahmen nötig sind“, sagt sie. Das könnten Schließanlagen sein, Kameras oder Türknäufe, die von außen nicht zu öffnen sind.

Unterdessen sind auch Eltern von Schülern der Giesendorfer Grundschule in Lichterfelde von der Schulleitung brieflich vor einem mutmaßlichen Vergewaltiger gewarnt worden. Der Vorfall hatte sich nach Angaben der Polizei vor ungefähr zehn Tagen in einem ehemaligen Grenzstreifengebiet am südlichen Lichterfelder Stadtrand ereignet. Am späten Nachmittag war ein zwölfjähriges Mädchen mit einer jüngeren Freundin dort unterwegs. Von hinten hatte sich ein schätzungsweise 17 bis 18 Jahre alter Mann den beiden Mädchen genähert und die Zwölfjährige an mehreren Stellen an der Kleidung berührt. Die beiden Mädchen konnten wegrennen, der Täter blieb unerkannt. Die Eltern erstatteten Anzeige bei der Berliner Polizei. Weil der Tatort auf Brandenburger Gebiet liegt, ermittelt die Kriminalpolizei in Potsdam.

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