Mit einem Großaufgebot musste die Berliner Polizei in der Nacht zu Sonnabend in Friedrichshain für Ruhe sorgen. Während 80 vermummte Randalierer in der Rigaer Straße Hindernisse auf die Fahrbahn warfen, zündelten in der Zellestraße zwei Autobrandstifter. Nach Polizeiangaben wurde dabei ein 24-Jähriger festgenommen. Zu größeren Ausschreitungen zwischen den Krawallmachern und der Polizei sei es aber nicht gekommen, sagte ein Polizeisprecher auf Anfrage der Nachrichtenagentur dapd. Insgesamt waren knapp 80 Beamte im Einsatz.

Gegen 1.30 Uhr hatten die 80 Vermummten damit begonnen, Gegenstände auf die Fahrbahn zu schleudern. Nach Angaben der Polizei wurde dabei auch ein Müllcontainer in Brand gesetzt. Teilweise sollen die Flammen bis zu vier Meter hoch gelodert haben. Beim Eintreffen der alarmierten Polizei hätten die Randalierer aber schnell den Rückzug angetreten, sagte ein Polizeisprecher. Die Feuerwehr habe den Brand gelöscht und ein Übergreifen der Flammen auf geparkte Autos verhindern können.

Toilettenhäuschen in Brand gesteckt

Wenig später beobachteten dann Anwohner in der Zellestraße, wie sich zwei Männer an einem Auto zu schaffen machten. Dabei stopften sie ein abgerissenes Plakat in einen Radkasten eines Autos und versuchten, es anzuzünden. Als dieses misslang, legten sie Papier unter ein mobiles Toilettenhäuschen und steckten es in Brand. Dann flüchteten sie. Während die Anwohner das Feuer austraten, suchte die Polizei nach ihrem Eintreffen die Gegend ab.

In der Liebigstraße entdeckten sie einen 24-Jährigen, der sich unter einem geparkten Auto versteckte. Nach Angaben der Polizei wurde er festgenommen. Am Sonnabend sollte er vernommen werden. Von seinem Komplizen fehlt derweil bislang jede Spur.

In der Gegend um die Rigaer Straße gibt es immer wieder Auseinandersetzungen zwischen der linken Szene und der Polizei. Vor knapp einem Jahr war in der angrenzenden Liebigstraße ein alternatives Wohnprojekt geräumt worden. Anfang April demonstrierten linke Gruppen gegen die Gentrifizierung des Stadtteils.

Einen Zusammenhang mit den von den Vermummten angezettelten Krawall bezeichnete der Polizeisprecher als „Mutmaßung“. Konkrete Hinweise lägen derzeit nicht vor. Ohnehin hätten beim Eintreffen der Polizisten die Taten nicht den Personen zugeordnet werden können. Festnahmen seien bei diesem Vorfall zunächst nicht erfolgt. Es sei aber ein Ermittlungsverfahren wegen Landfriedensbruchs eingeleitet worden.

dpa/dapd/nbo