Im Zusammenhang mit dem DFB-Pokal-Finale gab es am Sonnabend und in der Nacht zum Sonntag in der Stadt Dutzende Festnahmen: Mehrere Polizeibeamte wurden verletzt, ebenso mehrere Zivilpersonen; es gab, wie es bei der Polizei heißt, zudem „diverse Straftaten in der City-West und im Umfeld des Olympiastadions in Westend“.

Schon vor dem Spiel, dem „Traumfinale“ des amtierenden Fußballmeisters Borussia Dortmund gegen den Rekordmeister Bayern München, gab es Ärger, gegen 13.40 Uhr, am Hardenbergplatz: Dort standen an die 400 Dortmund-Fans, teilweise vermummt, und warfen Flaschen und Steine auf Polizisten. Zwei Beamte wurden verletzt, einer von ihnen musste seinen Dienst beenden. Die Polizei nahm mehrere Randalierer fest.

Gegen 15 Uhr wurden am Breitscheidplatz – wo sich bis zu 10.000 BVB-Anhänger versammelt hatten – Feuerwerkskörper gezündet, es gab weitere vorläufige Festnahmen. Einige Dortmund-Fans besetzten die Straße und behinderten den Verkehr; die Polizei reagierte mit „Gefährderansprache“ und löste so das Problem.

Gegen 16.30 Uhr fuhr dann ein mit Anhängern des FC Bayern München besetzter Bus am Breitscheidplatz entlang und blieb anschließend im Stau stecken. BVB-Fans bewarfen den Bus mit Feuerwerkskörpern, Bechern und Dosen. Verletzt wurde niemand. Auch der Bus wurde nach bisherigen Erkenntnissen nicht beschädigt. Unter Polizeischutz konnten die Bayern-Anhänger mit ihrem Bus weiterfahren.

Im Olympiastadion - 75.708 Zuschauer waren gekommen - gab es weitere Festnahmen, denn während des Spiels wurde in beiden Fanblocks Pyrotechnik gezündet, wie auch Morgenpost-Twitterreporter Dennis Sailsdorfer berichtet:

Empfohlener externer Inhalt

An dieser Stelle befindet sich ein externer Inhalt von X, der von unserer Redaktion empfohlen wird. Er ergänzt den Artikel und kann mit einem Klick angezeigt und wieder ausgeblendet werden.
Externer Inhalt
Ich bin damit einverstanden, dass mir dieser externe Inhalt angezeigt wird. Es können dabei personenbezogene Daten an den Anbieter des Inhalts und Drittdienste übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Nach dem Spiel versuchten gegen 23 Uhr Dortmunder Fans, in der Jesse-Owens-Allee mehrere Busse mit Münchner Sympathisanten an der Abfahrt zu hindern. Die Polizei nahm auch hier mehrere Störer fest. Gegen 23.15 dann erreichte eine große Zahl Dortmunder Anhänger wieder den Breitscheidplatz – viele liefen, wie schon am Nachmittag, auf der Straße. Die wurde darum für rund 30 Minuten gesperrt.

Schon vor den BVB-Fans waren gegen 21 Uhr rund 600 Anhänger des türkischen Fußballvereins Galatasaray Istanbul zum Breitscheidplatz gekommen. Anlass war der letzte Spieltag in der türkischen Süper Lig und der 18. Meistertitel für Galatasaray nach dem Unentschieden gegen Fenerbahce. Einige der türkischen Fans zündeten auch so genannte Polenböller und blendeten Polizisten mit Laserpointern. Für rund zwei Stunden wurde die Tauentzienstraße zwischen Wittenbergplatz und Rankestraße gesperrt. Kurz nach 23 Uhr beendeten die jubelnden Galatasaray-Anhänger, die zum Hardenbergplatz weitergelaufen waren, ihre Feier. Die Straßensperrung wurde wieder aufgehoben.

Insgesamt, so die Polizei, kam es nach Stand vom Sonntagnachmittag zu insgesamt 88 Festnahmen. Es gab 81 Strafanzeigen, überwiegend wegen Körperverletzung und Verstößen gegen das Sprengstoff- und Betäubungsmittelgesetz. Sechs der rund 940 eingesetzten Polizisten sowie neun weitere Personen wurden verletzt.

dino