Die Zahl der Roma-Kinder an Berliner Schulen steigt weiter – längst nicht nur im Problembezirk Neukölln. In der gesamten Stadt seien im aktuellen Schuljahr mehr als 1400 Schüler ohne Sprachkenntnisse dazugekommen, meist aus Südosteuropa, sagte der Bezirksstadtrat von Mitte, Ulrich Davids, am Freitag bei einer Sitzung des Bezirks-Schulausschusses. Allein im Bezirk Mitte gibt es nach einer Rechnung der Regionalen Arbeitsstelle für Bildung, Integration und Demokratie (RAA) mehr als 650 Schüler aus Roma- Familien. Damit sei die Situation hier noch kritischer als in Neukölln. Große Probleme würden auch aus Marzahn gemeldet.

Seit drei Jahren ziehen immer mehr Roma aus Osteuropa – vor allem aus Rumänien und Bulgarien – nach Deutschland. In Berlin leben derzeit rund 20.000 Roma. Größtes Problem sind die fehlenden Deutschkenntnisse, viele Roma sind sogar Analphabeten.

Für besondere Förderklassen fehlen Lehrer

Für besondere Förderklassen würden dringend Lehrer mit entsprechenden Sprachkenntnissen gesucht, sagte Robin Schneider von der Senatsverwaltung für Integration. Lehrkräfte mit zweitem Staatsexamen könnten auch unbefristet eingestellt werden. In den Haushaltsberatungen habe der Hauptausschuss des Abgeordnetenhauses in der vergangenen Woche eine Verstärkung der Mittel für die Roma-Förderung beschlossen. In diesem und im kommenden Jahr solle es je 300.000 Euro extra geben.

Allein im Bezirk Mitte gibt es nach Auskunft aus dem Ausschuss inzwischen 22 Sprachförderklassen an Ober- und Grundschulen. Die Warteliste sei jedoch lang. Problematisch sei auch die Intoleranz anderer Eltern gegenüber den Roma, berichteten Schulleiter.

dpa/nbo