Im Fall der tödlichen Schüsse auf den 46 Jahre alten mutmaßlichen Drogenhändler Recep A. im Dezember 2011 in Kreuzberg haben die Ermittler 230.000 Euro und zahlreiche Wertgegenstände beschlagnahmt. Das Geld lag in Bankschließfächern von Familienangehörigen des tatverdächtigen 29-Jährigen und stammt vermutlich aus illegalen Rauschgiftgeschäften, wie die Polizei am Freitag mitteilte.

Gegen die Inhaber der Schließfächer wurden Verfahren wegen des Verdachts der Geldwäsche eingeleitet.

Ahmet C. steht in dringendem Verdacht, am 17. Dezember 2011 an der Großbeerenstraße in Kreuzberg sein Opfer mit einer Schusswaffe getötet zu haben. Seit der Tat ist der 29-Jährige verschwunden und hat sich möglicherweise ins Ausland abgesetzt. Er wird deshalb wegen Mordes mit Haftbefehl gesucht. Ahmet C. wurde bereits im Jahre 2009 wegen Drogenhandels zu einer Freiheitsstrafe verurteilt.

Als Motiv der Schüsse vermuten die Ermittler Streit wegen des gemeinsamen Rauschgiftschmuggels. Beide Männer sollen regelmäßig Drogen aus den Niederlanden nach Berlin geschleust haben, sich jedoch zerstritten haben.

Im Zuge der Ermittlungen konnten im Februar 2012 der 34-jährige Bruder und der 24-jährige Schwager von Ahmet C. als mutmaßliche Mittäter zu einem Überfall vom 18. November 2011 auf den später getöteten Recep A. festgenommen werden.

Dabei war der Recep A. brutal misshandelt worden und ihm waren - möglicherweise als "Strafaktion" - wertvolle Einrichtungsgegenstände aus einem von ihm betriebenen Massagesalon entwendet worden. Gegen beide Männer, die seitdem in Untersuchungshaft sitzen, hat die Staatsanwaltschaft Berlin bereits Anklage wegen schweren Raubes erhoben.

Die ermittelnde Dienststelle nimmt weiterhin Hinweise, die auch vertraulich behandelt werden können, entgegen.

Zeugen werden gebeten, sich bei der 2. Mordkommission des Landeskriminalamts in der Keithstraße 30 in Tiergarten unter der Telefonnummer (030) 4664 - 911 208 oder bei einer anderen Polizeidienststelle zu melden.

BMO mit dapd