Es war ein spektakulärer Schlag gegen den internationalen Drogenhandel. Im August 2011 beschlagnahmten Berliner Ermittler in Bremerhaven knapp zwei Zentner Kokain im Millionenwert. Seit Montag muss sich eine mutmaßliche Drogenbande vor dem Berliner Landgericht verantworten. Angeklagt sind sechs Männer im Alter zwischen 35 und 53 Jahren wegen bandenmäßigen Drogenhandels.
Nach Ansicht der Anklage wollten sie eine „langfristige Lieferschiene“ nach Berlin aufmachen. Zum Prozessauftakt schwiegen die Angeklagten. Es wurde zunächst nur die Anklage verlesen. Bei einer Verurteilung drohen den mutmaßlichen Tätern Haftstrafen zwischen fünf und 15 Jahren.
Das Kokain war auf einem Schiff aus Panama versteckt. Als es in Bremerhaven einlief und die Drogen dort in einer Wohnung deponiert waren, startete der Einsatz von Polizei und Zoll. 100 Kilogramm hochreines Kokain - das war nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft für Berlin der größte Drogenfund seit Jahrzehnten.
Was die Bande nicht wusste: Mehrere Informanten hatten die Polizei auf dem Laufenden gehalten. Knapp zwei Jahre waren die Verdächtigen beobachtet worden. Die zwei Deutschen aus Berlin sowie die vier in Deutschland wohnenden türkischen Staatsangehörigen witterten laut Anklagebehörde ein Millionengeschäft mit dem Kokain aus Mittelamerika. Die Ermittler überwachten in dem Fall mit richterlicher Genehmigung auch Telefone.
Fünf der Angeklagten sitzen in Untersuchungshaft. Drei der Verdächtigen waren in der Hauptstadt, drei in Bremerhaven festgenommen worden. Bei einem der Männer wurde auch eine Schusswaffe beschlagnahmt. Der Prozess wird an diesem Mittwoch fortgesetzt.
dpa/mim


