Innerhalb kurzer Zeit wurden in der vergangenen Nacht zwei Gebäude des Stromversorgers Vattenfall in Mitte und Alt-Treptow beschädigt. Als ein Wachmann einen der Täter festhalten wollte, wurde er verletzt. Der Sicherheitsdienst-Mitarbeiter musste in einem Krankenhaus behandelt werden.
Anwohner hatten gegen 0.40 Uhr an der Köpenicker Straße drei dunkel gekleidete Personen gesehen, die mit Farbe befüllte Glasflaschen gegen die Hausfassade des Energiekonzerns warfen. Daraufhin alarmierten sie die Polizei.
Gegen 1 Uhr betraten etwa acht maskierte Personen das Gelände des Unternehmens an der Puschkinallee. Dort beschmierten sie die Außenwand des Gebäudes großflächig mit Farbe aus einem Feuerlöscher. Außerdem warfen sie Steine auf Fensterscheiben und beschossen das Gebäude mit Stahlmuttern.
Ein 50 Jhre alter Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes, der die Randalierer beobachtet hatte, hielt zunächst einen der Täter fest. Die anderen Personen attackierten daraufhin den Wachmann, indem sie ihn mit einer ätzenden Flüssigkeit an Kopf und Oberkörper verletzten. Der Mann konnte sich bei dem Gerangel losreißen, die Unbekannten konnten in Richtung Schlesische Straße flüchten.
Im Internet wurde ein Bekennerschreiben der linksextremen Szene veröffentlicht. Darin heißt es, dass die Täter mit ihrer Aktion gegen die Energiepolitik des Unternehmens protestieren wollen. Atom- und Kohlekraftwerke sowie CO2-Einlagerungen zerstörten die Umwelt, trotz des Atomaustieges setze die Bundesregierung nicht auf regenerierbare Energien. Zudem verfolgten die großen Energieversorger eine Politik der Gewinnmaximierung und teilten den Energiemarkt unter sich auf.
Weiter heißt es dort, dass bei den Angriffen auch Buttersäure verwendet worden sei. Buttersäure wirkt ätzend auf Haut und Schleimhäute. Vor allem aber erzeugt Buttersäure einen starken, unangenehmen Geruch.
Ein Konzernsprecher wollte einen möglichen Zusammenhang des Anschlags mit den zuvor im Atomkraftwerk Brunsbüttel entdeckten verrosteten Atommüll-Fässern nicht ausschließen. Vattenfall ist Hauptanteilseigner der stillgelegten Anlage in Schleswig-Holstein. Schon früher habe es ähnliche Anschläge aus der linken Szene mit der Begründung gegeben, dass das Unternehmen Kernkraftwerke betreibe, sagte der Sprecher. Ein Polizeisprecher sagte indes, dass die Täter keine Parolen oder Symbole hinterlassen hätten.
Der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt hat die weiteren Ermittlungen übernommen.
mim mit dpa





