Bildung

Sandra Scheeres (SPD)

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Ressort Bildung

Senatorin: Sandra Scheeres (41), SPD, verheiratet, zwei Kinder, Diplompädagogin, seit 2006 Jugend- und familienpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus und Vorstandsmitglied der Berliner SPD-Fraktion.

Aufgaben: Die Bildungsverwaltung gilt als Mammutressort. Die Senatorin ist zuständig für die Lehrerausstattung und für die inhaltliche Arbeit der öffentlichen Schulen. Im Jugendbereich hat sie die Verantwortung für Erziehungshilfen, für den Kinderschutz und für die Kindertagesstätten. Der Bereich Wissenschaft umfasst die Universitäten und Fachhochschulen. Wegen der vielen Aufgaben soll es küftig drei statt zwei Staatssekretäre geben.

Problem I: Höchste Priorität wird für die neue Bildungssenatorin das Schaffen neuer Kitaplätze haben. In Berlin fehlen laut Prognose 23000 Plätze bis 2015. Ab 2013 müssen die Länder bundesweit den Rechtsanspruch auf Krippen- und Kitaplätze einlösen. Nicht nur Räume werden gebraucht, sondern auch ausgebildetes Personal. Und das fehlt in den Kitas schon jetzt.

Problem II: Fehlende Fachkräfte sind auch die größte Herausforderung im Schulbereich. Alle großen Reformen sind abgeschlossen, jetzt soll es um die Qualität gehen. Doch die Frage, wie mehr Qualität ohne entsprechende Fachkräfte erreicht werden soll, wird auch im Koalitionsvertrag nicht beantwortet. Dafür haben CDU und SPD allen Hoffnungen auf eine Verbeamtung eine Absage erteilt. Damit droht eine weitere Abwanderung von angestellten Lehrkräften in andere Bundesländer.

Problem III: Noch ist offen, wie die UN-Konvention zur Inklusion von behinderten Kindern an Regelschulen umgesetzt werden soll. Das bisherige Konzept der Bildungsverwaltung wurde vom Abgeordnetenhaus abgelehnt.

Problem IV: Die Universitäten müssen vor allem die Schaffung neuer Studienplätze bewältigen, ohne dass die Spitzenforschung darunter leidet. Das ist vorrangig ein finanzielles Problem. Die Bildungssenatorin muss auf effektive Strukturen an den Unis dringen und gleichzeitig um Geld vom Bund buhlen. Problem V: Die Großbaustelle im Bereich Wissenschaft ist die Universitätsmedizin Charité. Wenn jetzt nicht umgehend die Sanierung des Bettenhochhauses startet, werde der weltweite Ruf des Hauses geschwächt, mahnte der scheidende Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD). Zur Finanzierung der Forschung an der Charité soll der Bund stärker einbezogen werden.