Die Zahl der Verkehrstoten in Berlin dürfte in diesem Jahr erstmals seit 2006 wieder steigen. In der Nacht zu Montag verunglückte eine Mopedfahrerin in Alt-Treptow tödlich. Damit starben in diesem Jahr bereits 44 Menschen bei Verkehrsunfällen – genauso viele wie im vergangenen Jahr insgesamt.
Die Frau, deren Identität bislang noch nicht geklärt ist, war in der Nacht auf ihrem Moped an der Elsenstraße in Richtung Elsenbrücke unterwegs. Aus noch ungeklärter Ursache verlor sie plötzlich die Kontrolle über ihr Fahrzeug, geriet von der Fahrbahn ab und prallte gegen einen Baum. Durch den Unfall erlitt sie schwerste Kopfverletzungen. Ein herbeigerufener Notarzt konnte der Frau allerdings nicht mehr helfen. Trotz aller Wiederbelebungsversuche verstarb sie noch am Unfallort. Die Elsenstraße war wegen des Feuerwehreinsatzes zwischen der Karl-Kunger- und Kiefholzstraße für rund zwei Stunden gesperrt.
Da die Frau offenbar keine Papiere bei sich hatte, soll die Leiche nun obduziert werden, um die Identität zu klären. Erst in der Nacht zu Sonntag ist ein 41-Jähriger in einem Krankenhaus gestorben, nachdem er in der Nacht zuvor in Mitte von einem Auto angefahren wurde. Bereits am Sonnabend war ein 29-jähriger Radfahrer in Friedrichshain von einer Straßenbahn überrollt worden, als er die Gleise überquerte. Offenbar hatte er die Tram übersehen.
Seit Jahren ist die Zahl der Unfalltoten in Berlin rückläufig. Im vergangenen Jahr wurden mit 44 Toten noch nie so wenig Verkehrsopfer verzeichnet. Noch im Jahr 1990 starben insgesamt 226 Menschen auf Berliner Straßen. Anschließend nahmen die Zahlen immer weiter ab. Starben 1995 noch 143 Menschen, sank die Zahl 2001 auf 65 Personen. Im darauffolgenden Jahr stieg sie kurzfristig auf 82 und sank bis zum Jahr 2005 auf 67. Seit 2006 (74 Tote) sind die Zahlen nun rückläufig.
Nach Angaben der Polizei leben besonders Fußgänger gefährlich. Insgesamt 26 kamen bei Verkehrsunfällen zu Tode. Es folgen Motorrad- beziehungsweise Moped- und Rollerfahrer (neun) und acht Radfahrer. In einem Fall gibt es keine konkrete Zuordnung. Auffällig ist, dass kein einziger Autofahrer oder Insasse bislang tödlich verletzt wurde. Im vergangenen Jahr starben dagegen fünf Personen in Pkws bei schweren Unfällen. Dagegen ist die Zahl der tödlich verunglückten Radfahrer wieder gestiegen. Bereits Ende September starben mit sechs Radfahrern genauso viele wie im vergangenen Jahr. Verkehrsexperten nennen als Gründe unter anderem den seit Jahren gestiegenen Fahrradverkehr in der Stadt sowie die milden Temperaturen in diesem Jahr. Darüber hinaus halten sich laut Polizei-Statistik Radfahrer besonders häufig nicht an die Verkehrsregeln. Bei fast jedem zweiten Verkehrsunfall mit Radfahrerbeteiligung waren sie auch Hauptverursacher oder zumindest mitschuldig.



