Im Steuerhinterziehungsprozess gegen Nadja Auermann hat ein Berater vor dem Amtsgericht Tiergarten ausgesagt, er habe bei der steuerrechtlichen Prüfung eines Immobiliengeschäfts übertriebene Angaben gemacht. Der 55-jährige Zeuge hatte eine Expertise für das Unternehmen erstellt, das dem früheren Fotomodell beim Kauf einer Villa geholfen hatte. Diese hat schon zum Prozessauftakt die Beschuldigung der Steuerhinterziehung von mehr als 270 000 Euro zurückgewiesen.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die 40-Jährige von 1999 bis 2002 einen Wohnsitz in Berlin hatte, aber keine Steuern zahlte. Die dreifache Mutter hatte ausgesagt, sie habe zur fraglichen Zeit in Monaco gelebt und sei erst 2002 nach Deutschland umgezogen. Ihr Haus im Stadtteil Köpenick sei eine Investition gewesen. Der Zeuge sagte, er habe keine Informationen gehabt, wo Auermann gelebt habe.

Bei seiner freiberuflich erstellten Expertise zu Fragen möglicher Versteuerungen wollte sich der Zeuge nach eigener Darstellung unverzichtbar machen. Er habe „stark überzogen“, räumte er ein. Verteidiger Robert Unger sagte, ein Vermerk in der Expertise des Steuerfachmanns sei ausschlaggebend gewesen, dass das Verfahren überhaupt ins Rollen gekommen sei.

Der Zeuge und frühere Finanzbeamte war vor einigen Jahren wegen Korruption zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Inzwischen ist er wieder auf freiem Fuß. Am 26. September und 13. Oktober sollen weitere Zeugen vernommen werden. Ein Termin für das Urteil ist noch nicht bekannt.

dpa/dapd/tj