Islamismus

Verfassungsschutz warnt vor Berliner Ex-Rapper

| Lesedauer: 3 Minuten
Hans H. Nibbrig

Der Ex-Rapper "Deso Dogg" entpuppt sich als Islamist und verherrlichte den Heiligen Krieg und den Märtyrertod in seiner neuen Musik. Das ruft den Berliner Verfassungsschutz auf den Plan: Eine Broschüre soll über die heiklen Texte aufklären.

Jahrelang feierte der in Berlin geborene und aufgewachsene Dennis Cusbert beachtliche Erfolge als Rap-Musiker „Deso Dogg“. Trotz seines Erfolges und einer stetig gewachsenen, überwiegend jugendlichen Fan-Gemeinde wandte er sich vor einem Jahr von der Szene ab. Obwohl nach wie vor musikalisch aktiv, interessiert sich die Musikindustrie kaum noch für „Deso Dogg“. Umso größer dafür ist aber das Interesse des Berliner Verfassungsschutzes an dem heute 36-Jährigen.

Denn Dennis Cusbert alias „Deso Dogg“ nennt ich mittlerweile Abou Maleeq und bewegt sich in der Salafisten-Szene, einer besonders radikalen Strömung des Islam. Und statt mehr oder minder banaler Rap-Musik produziert er heute sogenannte Kampf-Nashids, Hymnen in denen zum Hass auf alle Ungläubigen und zur Teilnahme am Heiligen Krieg aufgerufen wird. Derartige Aufrufe gibt es zuhauf, dennoch sieht der Berliner Verfassungsschutz in Cusbert eine besondere Gefahr. „Aufgrund seiner Popularität bei jungen Leuten erscheint er besonders geeignet, diese Altersgruppe für die Sache der Salafisten zu werben und zu radikalisieren“, sagte Behörden-Chefin Claudia Schmidt am Dienstag. Die Gefahr wird offenbar so hoch eingeschätzt, dass der Verfassungsschutz am heutigen Mittwoch mit einer umfassenden Aufklärungsbroschüre über die Salafisten und ihren Propagandisten Cusbert an die Öffentlichkeit geht.

Sechs solcher Kampf-Nashids hat Cusbert seit seiner von ihm selbst so bezeichneten „Neugeburt“ als Salafist vor einem Jahr veröffentlicht. In den Texten hetzt er gegen Nicht-Muslime ebenso wie gegen Vertreter eines gemäßigten Islam. Erstere nennt er „dreckige Diener des Satans“, letztere sind für ihn „Angsthasenprediger“. Er propagiert, jeder Muslim sei geradezu verpflichtet, in den Heiligen Krieg gegen die Ungläubigen zu ziehen, fordert in der unseligen Ideologie der Salafisten die Einführung der Scharia und ergeht sich in Lobeshymnen über bei Terroranschlägen ums Leben gekommene Märtyrer und über Osama Bin-Laden.

Nach Erkenntnissen des Verfassungsschutzes ist der in Schöneberg und Moabit aufgewachsene und in Kreuzberg lebende Cusbert inzwischen bundesweit aktiv. Seine „Hymnen“ werden über das Internet und durch CD's verbreitet. Er selbst tritt bei Veranstaltungen auf und sucht vor allem immer wieder den Kontakt zu Jugendlichen. Gerade die würden durch salafistisches Gedankengut oft in sehr kurzer Zeit radikalisiert, heißt es beim Berliner Verfassungsschutz.

Bei dem Versuch, dem Einfluss Cusberts entgegenzuwirken, setzt die Behörde auch auf die Unterstützung gemäßigter islamischer Gemeinden und Einrichtung. „Es müsste auch in deren Interesse liegen, dem Missbrauch ihrer Religion durch radikale Gruppen Einhalt zu gebieten“, sagte Claudia Schmidt. Wie gefährlich dieser Einfluss werden kann, wird bei Arid U. deutlich, der im März dieses Jahres am Frankfurter Fughafen zwei US-Soldaten erschoss. Die Ermittlungen ergaben, dass er sich vor dem Anschlag mit Kampfliedern von Cusbert aufgeputscht hatte.