Berlin-Trend

Wowereits SPD büßt in der Wählergunst leicht ein

Zweieinhalb Wochen vor der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus stagnieren die etablierten Parteien in den Umfragen. Das geht aus dem aktuellen Berlin-Trend hervor. Die Piratenpartei hat indessen die Liberalen bereits überholt.

Zweieinhalb Wochen vor der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus bleibt das Rennen zwischen den Parteien spannend. Zwar liegt die SPD im Berlin-Trend von Berliner Morgenpost und RBB-Abendschau weiterhin klar vorn, es sind aber trotzdem weiter verschiedene Möglichkeiten für eine Regierungskoalition offen. Grüne und CDU haben es im Vergleich zu Anfang August nicht geschafft, mehr Menschen für sich zu begeistern. Grünen-Spitzenkandidatin Renate Künast verliert im Vergleich mit Senatschef Klaus Wowereit (SPD) weiter an Sympathie bei den Wählern.

Wenn an diesem Sonntag Wahl wäre, würde die SPD bei 30 Prozent der Wählerstimmen landen, damit einen Prozentpunkt zur letzten Umfrage einbüßen. CDU und Grüne verharren bei jeweils 22 Prozent. Die Union hält damit das Niveau der vergangenen Monate, die Grünen haben sich hingegen von ihrem Allzeithoch von 30 Prozent im Herbst 2010 weit entfernt. Ein Grund dafür könnte sein, dass Renate Künast es nach wie vor nicht schafft, die Berliner zu begeistern. Nur noch 38 Prozent der Befragten sind mit ihrer Arbeit zufrieden (minus vier Prozent).

Die Linke und die FDP müssen Verluste von jeweils einem Punkt hinnehmen. Vor allem in ihren Hochburgen im Ostteil der Stadt verliert die Linkspartei, sie liegt berlinweit nun bei elf Prozent. Die Liberalen würden mit drei Prozent deutlich an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern und den Wiedereinzug ins Abgeordnetenhaus verpassen, wenn an diesem Sonntag bereits gewählt werden würde.

Für den Berlin-Trend befragte Infratest dimap zwischen dem 26. und 29. August 2011 1000 wahlberechtigte Berliner am Telefon.

Während die etablierten Parteien stagnieren oder leicht verlieren, gibt es Zuwächse vor allem bei denen, die bisher nicht im Abgeordnetenhaus vertreten sind. Allen voran legt die Piratenpartei um 1,5 Prozentpunkte in der Sonntagsfrage zu und kommt derzeit auf 4,5 Prozent. Der Einzug in den Preußischen Landtag liegt für sie damit in greifbarer Nähe.

Die sonstigen Parteien können zusammen ebenfalls ein Plus von anderthalb Punkten verzeichnen, 7,5 Prozent der Wählerstimmen vereinen sie nun auf sich.

So schwach wie sich die Linkspartei im Moment darstellt, wird es für eine Wiederauflage der rot-roten Regierung kaum reichen. Im Moment vereinen sie nur 41 Prozent der Stimmen auf sich.

Eine satte Mehrheit hätte dagegen eine Koalition aus SPD und Grünen – ein Bündnis, das nicht nur den Berlinern am sympathischsten wäre. Auch die Parteien selber sprechen immer wieder davon, große Schnittmengen miteinander zu haben. Und 35 Prozent der Befragten im Berlin-Trend sprachen sich für eine solche Koalition aus.

Auch die Neuauflage einer großen Koalition aus SPD und CDU wäre mit den aktuellen Umfrageergebnissen denkbar. 23 Prozent der Befragten könnten sich diese Konstellation gut für eine Berliner Regierung vorstellen.

Eine Fortführung des jetzigen rot-roten Senats wünschen sich dagegen nur 16 Prozent. Eine Regierung ganz ohne Beteiligung der SPD kommt bei den Berlinern allerdings noch schlechter an. Eine Koalition zwischen den Grünen und der CDU – rein rechnerisch ebenfalls denkbar – wollen nur zehn Prozent der Berliner gern im Roten Rathaus sehen.