1. Warum konnte sich die Gemeinschaftsschule bei der Strukturreform nicht durchsetzen?
Die 20 Gemeinschaftsschulen sind ein Erfolgsmodell. Damit entwickelt sich jede zehnte weiterführende Schule aus eigenem Engagement und freiwillig zu einer Schule, in der Kinder von der Einschulung bis zum Abschluss gemeinsam lernen. Bis auf Reinickendorf gibt es wenigstens eine in jedem Bezirk. In Reinickendorf blockiert die CDU die Errichtung einer Gemeinschaftsschule. Die Schulen sind erfolgreich in der Förderung ihrer Schüler und bei der Entwicklung einer neuen Lernkultur. Sie sind als gute Schulen anerkannt und nachgefragt. Mit der Gemeinschaftsschule haben wir das Tabu der Schulstruktur gebrochen und den Anstoß für die Schulreform gegeben, mit der wir endlich die Hauptschule in Berlin abgeschafft haben. Die integrierten Sekundarschulen führen zu allen Abschlüssen bis hin zum Abitur und haben alle Voraussetzungen, sich zu Gemeinschaftsschulen weiter zu entwickeln.
2. Was hätte die Linke bei der Schulreform anders gemacht, wenn sie allein regiert hätte?
Natürlich war die Reform auch ein Kompromiss. Aber Veränderungen in der Schule brauchen Mehrheiten und Akzeptanz. Deshalb haben wir darauf gesetzt, dass Schulen sich freiwillig zu Gemeinschaftsschulen entwickeln können. Unser Ziel ist und bleibt die „Eine Schule für alle“, die Lern- und Lebensort für alle Kinder ist und die jedes einzelne Kind in seiner Individualität annimmt, niemanden aussortiert und unabhängig von den mitgebrachten Voraussetzungen oder der Herkunft zum individuell bestmöglichen Lernerfolg führt. Mit der Sekundarschulreform gehen wir in diese Richtung. Uns ist wichtig, dass nicht nur einfach Schulen zusammengelegt werden, sondern dass in den Schulen eine neue Art des Lehrens und Lernens einsteht, die von der individuellen Entwicklung der Kinder ausgeht.
3. Wie sollen sich Berliner Gymnasien in den nächsten Jahren entwickeln?
Auch die Gymnasien stehen vor neuen Herausforderungen. Mit der Sekundarschule entsteht eine, bezogen auf die erreichbaren Abschlüsse, gleichwertige Schulform. Ich bin sicher, dass sie auch attraktiver als das Gymnasium werden wird: Mit der Abiturmöglichkeit in 13 oder zwölf Schuljahren ist sie flexibler, in den Lernangeboten breiter aufgestellt, ohne auf Spitzenförderung zu verzichten. Sie ist, weil es ihre Aufgaben erfordern, besser ausgestattet und bietet Ganztagsförderung. Sie sortiert niemanden aus und lässt keinen sitzen. Wir sind dafür, eine solche Entwicklung auch für Gymnasien offen zu halten.
Bildung :
>>> Drei Fragen an Felicitas Tesch (SPD)
>>> Drei Fragen an Sascha Steuer (CDU )
>>> Drei Fragen an Özcan Multu (Grüne)
>>> Drei Fragen an Mieke Senftleben (FDP)




