Nach der Belastung des Trinkwassers mit gesundheitsschädlichen Keimen suchen die Berliner Wasserbetriebe (BWE) nach wie vor nach der Ursache. Die umfassenden Untersuchungen der Brunnen könnten noch lange dauern, sagte der BWE-Sprecher André Beck. Er sei sich aber sicher, dass die Quelle der Verunreinigung in den nächsten Wochen entdeckt und dann beseitigt werde.

Inzwischen ist das Trinkwasser aber freigegeben und gesundheitlich unbedenklich. In Spandau seien jetzt elf von 30 Brunnen wieder in Betrieb, weil in ihnen keine gesundheitsgefährdenden Keime entdeckt worden seien, sagte der Sprecher der Wasserbetriebe. Bis die Ursache gefunden ist, wird das Trinkwasser in Spandau vorsichtshalber aber mit Chlor desinfiziert.

Wegen gesundheitsgefährdender Keime im Wasser hatten von Donnerstagvormittag (28. Juli) bis Sonnabendfrüh 200.000 Spandauer das Wasser aus den Leitungen abkochen müssen, um möglichen Gesundheitsschädigungen vorzubeugen. Die Wasserbetriebe hatten am Freitag kostenlos ihre sogenannten Notfall-Beutel mit 1,5 Litern Wasser verteilt.

Anfang Juli war in Brandenburgs Hauptstadt Potsdam und im Landkreis Barnim das Trinkwasser belastet. In Potsdam hatten tote Mäuse und ein toter Maulwurf in einem Becken die Verunreinigung ausgelöst.

Keime in den Leitungen

Eine am Dienstag vorgelegte bundesweite Untersuchung des TÜV Rheinland zur Qualität des Leitungswassers in öffentlichen Gebäuden, ergab in Berlin, dass drei von fünf Proben keimbelastet waren. Vor allem bei länger nicht genutzten Leitungen wie etwa in Schulen während der Ferien, könnten sich gesundheitsschädigende Keime bilden.

Der TÜV empfiehlt, Wasser erst etwas ablaufen zu lassen, bevor es getrunken wird. Für die Qualität des Wassers in Gebäuden sind laut Beck nicht die Berliner Wasserbetriebe sondern die Eigentümer verantwortlich.

dpa/ap