Im Prozess gegen einen mutmaßlichen Terrorunterstützer hat die Bundesanwaltschaft für den heute 21-jährigen Angeklagten eine Jugendstrafe von zweieinhalb Jahren Haft gefordert.
Im Verfahren vor dem Kammergericht Berlin sahen es die Ankläger am Donnerstag als erwiesen an, dass sich der türkischstämmige Deutsche des Werbens um Mitglieder und der Unterstützung terroristischer Vereinigungen im Ausland durch Geldspenden schuldig gemacht hat.
Den Angaben nach hatte er von Juli 2009 bis Februar 2010 für die Terrorgruppen al-Qaida und Islamische Jihad Union (IJU) insgesamt 16 radikal-islamische Videosequenzen auf seinem Youtube-Kanal eingestellt, in denen auch Selbstmordattentäter um Mitglieder warben.
Zudem hatte er laut Bundesanwaltschaft gemeinsam mit der ehemals mitangeklagten Ehefrau eines Täters der Sauerland-Gruppe die Terrororganisation „Deutsche Taliban Mujahideen“ (DTM) mit Geldspenden unterstützt. Die 29-jährige Ulmerin war dafür bereits im März zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt worden.
Aufgrund von Persönlichkeitsmängeln sei der damals noch sehr junge Angeklagte „extrem verführbar“ gewesen, sagte der Bundesanwalt. Dem Ankläger zufolge identifizierte er sich mit den Äußerungen in den Videos und „befürwortete“ den bewaffneten Heiligen Krieg. Mit seinen Spenden habe er die terroristischen Bestrebungen der Gruppen gefördert.
Ihm sei bewusst gewesen, dass auch Waffen und Munition davon gekauft würden, die im Kampf gegen „Ungläubige“ eingesetzt werden könnten, hieß es.
In dem seit November 2010 laufenden Verfahren hatte der Berliner erst nach monatelangem Schweigen die Vorwürfe im Wesentlichen eingeräumt. Am Nachmittag werden die Plädoyers der Verteidiger erwartet.
dpa/mim


