Ein früherer Geschäftsführer der Fluggesellschaft Germania ist am Mittwoch in Berlin wegen Untreue zu zwei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt worden. Der Fluggesellschaft war ein Schaden von knapp einer Million Euro entstanden. Der gelernte Bankkaufmann habe Geschäftspartner ins Boot geholt, um sich und ihnen unberechtigt Geld zu verschaffen, sagte die Berliner Amtsrichterin. „Es wurde gemauschelt.“

Der Geschäftsführer hat demnach Leistungen abgerechnet, die nur zum Teil erbracht wurden. Wie sich der 51-Jährige das Geld mit seinen Bekannten teilte, ließ sich nicht ermitteln. Das Gericht stellte insgesamt neun Fälle schwerer Untreue in den Jahren 2007 und 2008 fest. Die Karriere des Managers endete im Juli 2008 mit einer fristlosen Kündigung. Nach Auskunft der Staatsanwältin konnten noch 194.000 Euro für die Germania sichergestellt werden.

Der Angeklagte hatte einen Teil der Vorwürfe eingeräumt. Seine Angaben seien jedoch sehr kurz und wenig konkret gewesen, bemängelte das Gericht. Vermutlich hätten Scheinrechnungen als Zahlungsgrundlage gedient.

Ein in den Fall verwickelter Bekannter des Managers erhielt ein Jahr und elf Monate Haft zur Bewährung. Der ebenfalls beteiligte Inhaber einer Cateringfirma war schon zuvor zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt worden.

dpa/sei