Die Lokführergewerkschaft GDL hat ihre Mitglieder am frühen Donnerstagmorgen zum Arbeitskampf bei der Ostdeutschen Eisenbahn GmbH (Odeg) aufgerufen. Fahrgäste müssen sich auf Zugausfälle und Verspätungen einstellen. Seit 2 Uhr sollten die Bahnen in Berlin und Brandenburg ruhen, hieß es in einer Mitteilung. Das Ende des Streiks blieb zunächst offen. Ziel des Streiks sind bessere Sozialabsicherungen und ein höheres Gehalt.
Die Odeg richtete einen Schienenersatzverkehr ein. Zwischen Fürstenwalde und Bad Saarow fahren Busse statt Bahnen. Auch zwischen Beeskow und Frankfurt (Oder) fahren Busse. Nach Bedarf sollen ab 21 Uhr auch Taxis Fahrgäste befördern, hieß es in einer Mitteilung des Unternehmens. Zwischen Eberswalde, Angermünde und Prenzlau fallen die Züge ganz aus. Auf anderen Linien könnte es ebenfalls zu Ausfällen oder Verspätungen kommen. Nicht betroffen ist die Lausitz.
In dem seit Monaten dauernden Tarifkonflikt mit Konkurrenten der Deutsche Bahn AG will die GDL für alle Lokführer in Deutschland einheitliche Tarif- und Arbeitsbedingungen durchsetzen. In der vergangenen Woche kündigte die Gewerkschaft eine schärfere Gangart an. Streiks würden nicht mehr zwölf Stunden vorher, sondern nur kurzfristig angekündigt, hieß es.
Nach GDL-Ansicht solle die Odeg den Tarifkonflikt nicht länger eskalieren lassen und sich wieder an den Verhandlungstisch setzen. „Wir haben einen langen Atem“, sagte der Vorsitzende des GDL-Bezirks Berlin-Sachsen-Brandenburg, Frank Nachtigall, in einer Mitteilung vom Donnerstagmorgen.
Der GDL zufolge gebe es bei der Odeg gravierende Unterschiede beim Einkommen. So lägen die Löhne rund 30 Prozent unter dem Niveau der einheitlichen Rahmenregelungen. Diese gelte bereits für neun von zehn Lokführern.
dpa/mim



