Opfer und Täter

Stasi – Bischöfin Junkermann fordert Versöhnung

Die evangelische Landesbischöfin Ilse Junkermann ruft Stasi-Opfer und Täter zur Versöhnung auf. Sie fordert die ehemaligen Täter auf, einzusehen, „dass sie damals Unrecht begangen haben".

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Die Bischöfin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, Ilse Junkermann, ruft die ehemaligen Stasi-Verfolgten zur Versöhnung mit den Tätern auf. „Christen, die in der DDR drangsaliert wurden, dürfen die Verantwortlichen dafür heute nicht verurteilen“, zitierte die Zeitschrift „Super Illu“ am Sonntag die Magdeburger Bischöfin.

Die in Baden-Württemberg geborene, seit August 2009 amtierende Landesbischöfin sagte: „Das ist ein großes Thema in unseren Gemeinden. Wenn es heißt 'Was will die alte rote Socke hier beim Weihnachtsgottesdienst ganz vorn in der ersten Reihe?', dann bin ich streng und sage: Eine solche Haltung ist unchristlich. Denn Gott will, dass wir uns alle miteinander versöhnen.“ Gleichzeitig betonte sie allerdings, dass die „DDR-Opfer bislang zu wenig Raum erhalten haben“. Junkermann fordert die ehemaligen Täter auf, einzusehen, „dass sie damals Unrecht begangen haben“.

Zur Entwicklung in Ostdeutschland in den 20 Jahren nach der Wiedervereinigung sagte die 53-Jährige: „Mich beeindruckt die Herkulesarbeit, mit der die Menschen hier ein sinnvolles System aufgebaut haben, in dem es sich lohnt mitzumachen.“ Kritisch sieht sie es, „dass man im Westen nach wie vor erwartet, dass sich der Osten anpasst, dass man nicht bereit ist, vom Osten zu lernen“.

Die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM) ist Anfang 2009 aus dem Zusammenschluss der Kirchenprovinz Sachsen und der Thüringer Landeskirche hervorgegangen. Sie umfasst den größten Teil Sachsen-Anhalts und Thüringens sowie Gebiete in Sachsen und Brandenburg.