Die letzte Hürde zur Sanierung des historischen Victoria-Gewächshauses im Botanischen Garten Berlin-Dahlem ist genommen. Nachdem auch der Hauptausschuss am Mittwoch zustimmte, kann 2012 nun die umfangreiche Sanierung des rund 100 Jahre alten Glas-Stahl-Baus beginnen. Das teilte der Botanische Garten am Donnerstag mit. Für rund 10 Millionen Euro soll das Gebäude grunderneuert werden und vor allem ein modernes, energiesparendes Wärmesystem erhalten. 6,3 Millionen Euro davon stellt das Land, 3,7 Millionen stammen aus EU-Geldern. Geplante Fertigstellung: Sommer 2015.

Seit 2006 steht die denkmalgeschützte Bauruine gleich vor dem Großen Tropenhaus leer. Zuvor beherbergte das zweistöckige Gebäude im Untergeschoss rund 50 Aquarien mit Unterwasserpflanzen - dieser Bereich diente den jährlich 325 000 Besucher des Botanischen Gartens auch als Haupteingang in die insgesamt 14 Schaugewächshäuser. In den Wasserbecken des oberen Geschosses wuchsen tropische Sumpf- und Wasserpflanzen, vor allem Seerosen.

Den Riesenseerosen Victoria amazonica und Victoria cruziana verdankt das Gewächshaus seinen Namen. Die imposanten Pflanzen mit ihren bis zu zwei Meter großen Schwimmblättern, die zu den Hauptattraktionen des Gartens zählten, können sogar Kinder tragen. Allerdings brauchen sie auch eine heiß-feuchte Umgebung und rund 30 Grad Celsius-warmes Wasser. Das Victoria-Gewächshaus, technisch auf dem Stand der Nachkriegszeit, wurde somit zu einem der größten Enrgieverschwender im Botanischen Garten. Nach der Sanierung soll der Energieverbrauch nur noch halb so hoch sein.