Nach Brandserie

BVG zieht Problem-Busse aus dem Verkehr

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Foto: Olaf Wagner / Olaf Wagner/Pressefoto Wagner

Bereits sieben Mal brannten BVG-Busse in den letzten Jahren. Die meisten vom Typ Citaro. Die Berliner Verkehrsbetriebe ziehen nun Konsequenzen aus der Brandserie und schicken die Busflotte dieses Typs in die Werkstatt.

Als Konsequenz aus mehreren Fahrzeugbränden schickt die BVG noch einmal ihre 91 Citaro-Busse aus dem Baujahr 2002 zu einer Sonderkontrolle in ihre Werkstätten. Dort sollen sie von Fachleuten des Herstellers Mercedes-Benz und einem unabhängigem Gutachter umfassend untersucht werden, wie die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) am Donnerstag mitteilten. Zudem sind zusätzliche Brandschutzmaßnahmen geplant.

Bei diesem Bustyp hatte es in der Vergangenheit mehrere Brände gegeben, nicht nur in Berlin. Erst im Sommer 2009 hatte die BVG zur Sicherheit an den 12-Meter-Eindeckern dieses Typs aus dem Baujahr 2002 Luft- und Kraftstoffschläuche ausgetauscht.

Die ersten 40 Busse sind bereits aus dem Verkehr gezogen und stehen in der Werkstatt. Bis Ende kommender Woche sollen alle 91 Fahrzeuge untersucht sein. In einem zweiten Werkstattdurchgang sollen später im Motorraum Feuerlöscher eingebaut werden. Wann es damit losgeht, steht noch nicht fest. „Dafür brauchen wir länger Zeit“, sagte BVG-Sprecherin Petra Reetz. „Die Aktion soll sich aber nicht über Monate hinziehen.

Auch wer die Kosten für die Untersuchungen und den zusätzlichen Brandschutz trägt, ist noch nicht ausgemacht. „Darüber wird noch gesprochen“, sagte Reetz.

Verkehrssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) hatte auf eine baldige Problemlösung gedrungen. Die SPD-Politikerin lobte jetzt die Vereinbarung zwischen Mercedes-Benz und der BVG. Deren Chefin Sigrid Nikutta sagte: „Ich bin davon überzeugt, dass wir mit diesen kurzfristig vereinbarten Maßnahmen auf dem richtigen Weg sind. Das von allen Seiten gezeigte Engagement wird uns helfen, Engpässe im Linienbetrieb möglichst gering zu halten.“

In den letzten Jahren fingen sieben BVG-Busse während der Fahrt im Motorraum Feuer. Fünf von ihnen waren zwölf Meter lange Citaro-Busse, die 2002 die Mercedes-Produktionshallen verließen. Bei dem sechsten Bus, der im Sommer in Spandau ausbrannte, handelte es sich um einen Solaris-Gelenkbus. Das siebente Fahrzeug war erst am vergangenen Wochenende in Marienfelde in Flammen aufgegangen. Es war ein 15- Meter-Citaro mit einem anderen Motor als in der Baureihe des Jahres 2002. Das Gutachten zur Brandursache wird nach Angaben der BVG erst in einigen Tagen erwartet.

( dpa/tj )