Berlins Wirtschaftssenator Harald Wolf soll Spitzenkandidat der Linken für die Abgeordnetenhauswahl am 18. September werden. Auf einen entsprechenden Vorschlag einigte sich der Landesvorstand am Wochenende auf einer Klausurtagung, wie Landeschef Klaus Lederer am Sonntag sagte. Offiziell nominiert werden soll Wolf, der seine Partei schon 2006 im Wahlkampf geführt hatte, auf einer Landesvertreterversammlung am 9./10. April.

Harald Wolf sei nicht nur der bekannteste Politiker der Linke Berlins, sondern auch "ein Pfund, mit dem wir wuchern wollen“, sagte Lederer. Wolf habe in den vergangenen Jahren als Senator bei der Stärkung der Wirtschaft und der Schaffung von Arbeitsplätzen Hervorragendes geleistet, fügte der Parteichef hinzu. Wolf nannte als Leitthema des Wahlprogrammes und des Wahlkampfes seiner Partei "das soziale Berlin“. Es gelte in der kommenden Legislaturperiode vor allen Dingen den sozialen Zusammenhalt in der Stadt zu stärken. Weitere zentrale Themen seien die Verbesserung der Qualität von Arbeitsplätzen, die Anhebung der Mindestlöhne auf 8,50 Euro, das Wohnen und die Mieten, die Rekommunalisierung von Versorgern sowie der öffentliche Personennahverkehr.

Die Linkspartei (früher PDS) regiert seit Anfang 2002 in Berlin gemeinsam mit der SPD. Nach der ersten Legislaturperiode mit einem harten Sparkurs war sie vor fünf Jahren um rund 9 Punkte auf 13,4 Prozent abgestürzt. Derzeit liegt die Linke Umfragen zufolge zwischen 15 und 17 Prozent. Ob es erneut für Rot-Rot reichen würde, ist daher ungewiss. Rechnerisch könnte es nach derzeitigem Stand eine Koalition der SPD mit den Grünen oder der CDU geben.

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