Der jetzt wiedergewählte Chef der Jungen Union, Philipp Mißfelder, teilt gerne aus. „So wie die gelbe Steuerblase geplatzt ist, wird auch die grüne Öko-Gewissensblase platzen, wenn erst einmal das Regieren auf der Tagesordnung steht“, sagte er unlängst in Richtung möglicher Bündnispartner.

Der gebürtige Gelsenkirchener ist mit provokativen Äußerungen bekannt geworden. Er halte nichts davon, „wenn 85-Jährige noch künstliche Hüftgelenke auf Kosten der Solidargemeinschaft bekommen“, sagte der studierte Historiker 2003. Fast hätte ihn das sein Amt gekostet.

An die Spitze der CDU-Nachwuchsorganisation war Mißfelder erst ein Jahr zuvor gewählt worden – als jüngster Bundesvorsitzender aller Zeiten. Damit hatte er sich einen Traum erfüllt: Schon mit 12 Jahren wollte er in die Junge Union eintreten. Inzwischen ist der 31-Jährige Vater geworden und auch außenpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Fraktion. Vielleicht versuchte er deshalb, den Kurs der CDU vor dem Deutschlandtag der Jungen Union nicht nur zu kritisieren. Mißfelder beklagte das mangelhafte konservative Profil der Partei. Die CDU-Chefin aber nahm er in Schutz: „Angela Merkel ist unsere uneingeschränkte Nummer eins.“ Der Provokateur übt sich in Zurückhaltung.

cke