In einem früheren Leben, lange bevor er an die Spitze der größten Bundesbehörde Deutschlands rückte, war Frank-Jürgen Weise Fallschirmspringer bei der Bundeswehr, Oberst der Reserve ist er noch immer. Der 59-Jährige fühlt sich wohl in großen Höhen, doch den Blick von ganz oben genießen heute andere.

Ausgerechnet der Vorstandsvorsitzende hat sein Büro im ersten Stock der Nürnberger Bundesagentur für Arbeit (BA). So viel Erdung hatte sich Amtsvorgänger Josef Stingl gewünscht, der den Betonklotz in den 70er-Jahren bauen ließ. Er litt unter einer schlimmen Höhenangst, so die Legende in der BA.

Was man von Weise gewiss nicht behaupten kann. Seit 2002 ist er im Vorstand der Bundesagentur für Arbeit tätig, seit 2004 als Vorsitzender. Weise hatte zuvor in der Wirtschaft gearbeitet. Beharrlich und geräuschlos hat er das frühere Milliardengrab BA in die Gewinnzone geführt.

Am Donnerstag konnte er bekannt geben, dass die Zahl der Arbeitslosen auf rund drei Millionen gesunken ist. Aber Weise trumpft nicht als Erlöser auf, auch wenn die Lieblingsbibelstelle des gläubigen Christen im Buch Jesaja lautet: „Wendet euch zu mir, so werdet ihr gerettet.“ Er weiß, dass ihm die anziehende Konjunktur hilft. Weise ist verheiratet und hat zwei Kinder.

caro