Trauerfall

Berlins ehemaliger Schulsenator Evers gestorben

Carl-Heinz Evers ist gestorben. Er war von 1963 bis 1970 Bildungssenator, trat dann aber aus Protest gegen finanzielle Kürzungen zurück. Auch die SPD verließ er später aus Protest. Evers wurde 88 Jahre alt.

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Carl-Heinz Evers, ehemaliger Berliner Schulsenator, ist tot. Er starb bereits am 13. August, wie erst jetzt bekannt wurde. Evers wurde 1922 in Freden an der Leine geboren. Im Zweiten Weltkrieg geriet er in sowjetische Gefangenschaft, wurde entlassen, ab 1946 studierte er in Halle an der Saale. 1950 floh er nach West-Berlin, studierte, arbeitete später als Lehrer in Tempelhof. 1963 berief ihn Willy Brandt (SPD), der damalige Regierende Bürgermeister von Berlin, zum Schulsenator.

1970 trat Evers überraschend als Senator zurück. Die geplanten Abstriche bei der Finanzierung des Schulwesens wollte er nicht mittragen. Im Jahr 1993 gab Carl-Heinz Evers auch sein Parteibuch zurück – aus Protest gegen die Asylpolitik der SPD. Michael Müller, Vorsitzender der SPD in Berlin, schreibt in der Todesanzeige: „Er prägte entscheidend die Bildungspolitik der SPD, besonders als Berliner Schulsenator von 1963 bis 1970. Er engagierte sich für eine demokratische und durchlässige Schule und für die Idee der Gesamtschule.“ Und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft in Berlin merkt an: „Er hatte den Mut, für das Ideal eines Bildungswesens ohne Auslese politisch zu streiten.“

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